Epstein-Akten: Vorwürfe gegen Trump

von Redaktion

Washington – Ausgerechnet eine der brisantesten Akten zum Fall des Sex-Verbrechers Jeffrey Epstein war aus den vom US-Justizministerium veröffentlichten 47.000 Dateien verschwunden, nachdem sie kurzzeitig online war und mehrere Medien sie entdeckt hatten. Am Freitag wurde die Akte nun unter öffentlichem Druck wieder veröffentlicht – und der Inhalt ist explosiv: In den zurückgehaltenen FBI-Protokollen geht es um die Befragung einer Frau, die 2019 aussagte, als 13-Jährige sexuellen Missbrauch unter anderem von US-Präsident Donald Trump erlebt zu haben.

Die Zeugin erklärte, Epstein habe sie „entweder nach New York oder New Jersey“ mitgenommen und ihr Trump vorgestellt. Trump habe sie „vaginal vergewaltigt“. Sie habe Trump gebissen, als dieser versucht habe, sie zu Oralsex zu zwingen. Für den Fall, dass sie jemandem davon erzähle, hätten Trump und Epstein ihr mit Gewalt gedroht: Man könne sie verschwinden lassen. Das Justizministerium verteidigte die Löschung: Die Prüfung habe ergeben, dass insgesamt 15 Dokumente irrtümlich als Dubletten markiert und als solche entfernt worden waren.

Die Vorwürfe seien schon im Wahlkampf bekannt geworden. Wären sie glaubwürdig, „wären sie sicher bereits gegen Präsident Trump instrumentalisiert worden“, so das Justizministerium.

Trump hatte sich im vergangenen Jahr monatelang gegen die Veröffentlichung der Epstein-Akten gewehrt, bevor der Kongress auch mit den Stimmen seiner Republikaner deren Freigabe erzwang. Bisher veröffentlichte Fotos und Dokumente legen eine enge Beziehung zwischen Epstein und Trump nahe. Bislang wurde dem US-Präsidenten allerdings kein Fehlverhalten nachgewiesen. Trump hatte erklärt, bereits vor Epsteins Verurteilung wegen sexualisierter Gewalt in einem Prozess in Florida im Jahr 2008 mit ihm gebrochen zu haben.KR

Artikel 11 von 11