Berlin/München – Eigentlich gilt Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) als Amerikafreund. Doch der Krieg, den die USA mit Israel gegen den Iran führen, bringt den SPD-Chef nun auf Distanz zu Washington – und zu seinem eigenen Koalitionspartner.
„Das ist nicht unser Krieg“, sagte Klingbeil dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Zwar habe er „keine Träne“ um die getötete Mullah-Führungsriege vergossen. Doch ob der Krieg das Terrorregime wirklich zu Fall bringen kann, daran hat der Vizekanzler Zweifel. Klingbeil ist zudem skeptisch, ob die Angriffe völkerrechtlich legitimiert sind.
Damit geht er auch auf Distanz zu Kanzler Friedrich Merz (CDU). Dieser hatte nach Ausbruch des Kriegs einen ganz anderen Ton angeschlagen: Jetzt sei nicht der Moment, Verbündete mit völkerrechtlichen Bedenken zu belehren. In Berlin wächst die Sorge, dass der Krieg die Koalition spalten könnte.SBE