Teheran brennt

von Redaktion

Ein gewaltiger Feuerball über Irans Hauptstadt. © AFP

Teheran – Mehr als eine Woche nach Kriegsbeginn greifen die USA und Israel den Iran weiter massiv an. Nach der Bombardierung eines Öllagers in Teheran verdüsterten dichte Rauchschwaden am Sonntagmorgen den bewölkten Himmel über der Hauptstadt. Aufnahmen nach dem Angriff am Samstagabend zeigten einen gewaltigen Feuerball. Angesichts der Gefahr brachte das Auswärtige Amt seine Botschaftsmitarbeiter aus Teheran in Sicherheit.

Ungeachtet der Angriffe soll sich der Expertenrat des Irans auf einen Nachfolger des getöteten Ajatollahs Ali Chamenei geeinigt haben. Ein Name wurde nicht genannt. Allerdings deutet vieles auf Modjtaba Chamenei (56), den Sohn des vor gut einer Woche getöteten Ali Chamenei, hin. Er galt als Favorit. „Der ‚Große Satan‘ hat die von den Vertretern getroffene Wahl auch erwähnt“, sagte ein Mitglied des Expertenrats. Gemeint ist US-Präsident Donald Trump, der eine Wahl Mojtabas inakzeptabel nannte. Israel drohte, jeder Nachfolger werde Ziel des Militärs sein.

Der Iran antwortet weiter mit Gegenschlägen auf die US-israelischen Angriffe. Israel meldete am Sonntagnachmittag neue Raketenangriffe. In Kuwait wurde das Gebäude der Behörde für Sozialversicherungen getroffen. Die Luftabwehr fing drei in den Luftraum eingedrungene ballistische Raketen ab und zerstörte sie, wie die kuwaitische Armee mitteilte. Auch Saudi-Arabien meldete in der Nacht zum Sonntag, dass im Osten der Hauptstadt Riad sechs Drohnen abgefangen und zerstört worden seien. In Bahrain wurde eine wichtige Anlage für die Aufbereitung von Trinkwasser getroffen.

Ähnlich wie andere Golfstaaten ist das kleine Land Bahrain für seine Wasserversorgung stark auf die Entsalzung von Meerwasser angewiesen. Am Samstag hatte sich Irans Präsident Massud Peseschkian bei den Nachbarländern für die Luftangriffe entschuldigt, aber zugleich Bedingungen für deren Ende gestellt. Der Iran werde keine Raketen abfeuern und Nachbarländer angreifen, sofern von deren Territorium keine Attacken auf den Iran erfolgten, erklärte er.

Zur Not könne man den „intensiven Krieg“ aber sechs weitere Monate durchhalten, behaupteten die iranischen Revolutionsgarden. Die Frage, ob die Russen ihnen dabei helfen, stellt sich auch auf US-Seite. Der Sondergesandte Steve Witkoff sagte, er habe dem Kreml „deutlich gesagt“, dass er den Iran nicht unterstützen solle.

US-Präsident Trump nahm am Samstag an der Überführung der sechs im Iran-Krieg getöteten US-Soldaten teil. Er reiste dafür zum Luftwaffenstützpunkt Dover im Staat Delaware, wo er auch auf die Familien der Gefallenen traf. Die Soldaten waren in den ersten Kriegstagen bei einem Drohnenangriff in Kuwait getötet worden. Inmitten schwarz gekleideter Gäste stach Trump mit einer weißen Baseball-Kappe mit der Aufschrift „USA“ heraus.

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