Der Wähler kann gnadenlos sein. Diese Härte hat jetzt parteiübergreifend mehrere Amtsinhaber und Kandidaten getroffen, sie wurden abgestraft, einige abgewählt. Immer stehen lokale, oft persönliche Gründe dahinter: Gefühlte Trägheit (München), fehlende Volksnähe (Garmisch), um auf zwei Rathaus-Beben zu blicken. Es gibt kaum noch einen Amtsbonus in Zeiten eines kritischen bis übernegativen Umgangs mit Politikern. Und schon länger keine CSU-Gewissheiten mehr, symbolhaft Mittenwald, wo der SPD-Amtsinhaber 90/10 die CSU abhängt.
Kommunalpolitik, eh zu Unrecht unterschätzt, wird dadurch noch fordernder. Der Druck, bei Patzern eben rigoros abgewählt zu werden, ist demokratietheoretisch prima, verlangt den Gewählten aber enorm viel ab.
Diese Wahl zeigt auch, dass mancherorts die Planung nicht gut lief. Junge Kandidaten (und: mehr Frauen!) müssen über Jahre aufgebaut werden. Generationswechsel müssen gewollt, geplant und gesteuert sein. Wer halt achselzuckend einen verdienten älteren CSU-Bürgermeister ins Rennen schickt, der auch noch mal Landrat werden möchte, kann recht herb enttäuscht werden, selbst wenn dreimal der Bundeskanzler im Landkreis auftritt. Die Fehler vor dieser Wahl sollten sich nicht wiederholen.