Ein schwarz-roter Fehlstart

von Redaktion

Berlin – Ein Wahlverlierer wird eigentlich anders begrüßt. Mit Klatschen würdigt der CDU-Vorstand unter Leitung des Kanzlers Friedrich Merz im Konrad-Adenauer-Haus seinen Spitzenkandidaten Manuel Hagel. Dabei ist diesem ein sicher geglaubter Wahlsieg in Baden-Württemberg auf den letzten Metern entglitten.

Merz räumt die Niederlage nach den Gremiensitzungen am Montag zwar unumwunden ein, Schuldzuweisungen von Berlin nach Stuttgart gibt es aber nicht: „Wir gewinnen zusammen, und wir verlieren auch zusammen.“ Der Kanzler beteuert gleich mit, dass die Wahl nicht zu Spannungen in der Koalition führen werde. Das habe er mit seinem Koalitionspartner so abgemacht.

In Rheinland-Pfalz will die CDU nun in der Endphase des Wahlkampfs vor allem Stimmen bei der FDP absaugen. Die Zukunft der FDP hält Merz bereits für besiegelt: „Sie wird keine Rolle mehr spielen.“

Und bei der SPD ist Untertauchen angesagt. Die Partei hat gerade das historisch schlechteste Wahlergebnis (5,5 Prozent) bei einer Landtagswahl eingefahren – und der SPD-Chef Lars Klingbeil? Schickt den Generalsekretär vor. Tim Klüssendorf, gesteht in der Berliner SPD-Zentrale am Tag danach zerknirscht ein, man habe sich in Stuttgart mehr ausgerechnet. „Uns wird zu wenig zugetraut, dass wir die Kraft sind, die am Ende wirklich die Arbeitsplätze in Deutschland sichert“, sagt Klüssendorf.

Doch lieber wollen die Sozialdemokraten jetzt über die Wahl in Rheinland-Pfalz sprechen. Bleibt Ministerpräsident Alexander Schweitzer im Amt, ist alles gut. Schafft er es nicht, dürfte die bisher nur geflüsterte Frage lauter werden, ob Vizekanzler Klingbeil und Arbeitsministerin Bärbel Bas noch die richtigen Vorsitzenden sind.DPA

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