Stuttgart/München – Nach dem Debakel bei der Baden-Württemberg-Wahl ist die FDP in heller Aufregung. Die Jungen Liberalen zählen die Parteiführung an. „Dieses Ergebnis illustriert einmal mehr: Nach der Bundestagswahl hat es keinen wirklichen Neuanfang gegeben, die FDP ist unterhalb der Wahrnehmbarkeitsschwelle stagniert“, sagte Juli-Chef Finn Flebbe dem „Spiegel“. Der Vorstand habe jetzt die Hälfte seiner Amtszeit erreicht, „Halbjahreszeugnis Ungenügend“. In ihrem Stammland fliegt die FDP nach 70 Jahren mit 4,4 Prozent aus dem Landtag.
Auch Präsidiumsmitglied Marie-Agnes Strack-Zimmermann geht auf Distanz zum Vorstand um Parteichef Christian Dürr. Die FDP müsse „offen und ernsthaft darüber sprechen, wie sie sich organisatorisch und personell aufstellt“, sagte sie der Gruppe Funke. Personaldebatten ließen sich „nach solchen Niederlagen nicht einfach wegmoderieren“. Bayerns früherer FDP-Chef Martin Hagen sagte unserer Zeitung, die Wähler „kaufen uns den Neuanfang offenbar bisher nicht ab“. Eine klassische liberale Partei müsse eigentlich vom Murren über Merz profitieren. Hagen mahnt: „Die Partei muss klären, wofür sie stehen will.“ Es sei falsch, sich „aus Angst vor einem Streit der Parteiflügel um eine echte Positionsbestimmung herumzudrücken.“
Gedankenspiele über eine Rückkehr von Christian Lindner wurden an mehreren Stellen in der FDP dementiert.CD