Darum füllt Trump Putins Kriegskasse

von Redaktion

Iran-Krieg

Das muss man erst mal sacken lassen: Fast eine Stunde lang haben Donald Trump und Wladimir Putin am Montag miteinander telefoniert. Danach lobte der US-Präsident das „sehr gute Gespräch“ – und dass der Kreml-Herr im Nahen Osten „hilfreich“ sein wolle. Dabei war nur zwei Tage zuvor publik geworden, dass der Kreml dem Iran beim Zielen auf amerikanische Streitkräfte geholfen hat.

Worüber die beiden da so konstruktiv gesprochen haben sollen, bleibt wohl ein Rätsel. Klar ist nur: Trump umtreibt nicht nur der Nahe Osten, sondern auch die Stimmung im eigenen Land. Er hatte seinen Wählern versprochen, in seiner zweiten Amtszeit die Energiepreise zu senken. Nun aber steigen die Preise an der Zapfsäule auf den höchsten Stand seit Jahren. Laut einer Umfrage (Ipsos) unterstützt nur etwa ein Drittel der Amerikaner die Angriffe auf den Iran – während rund die Hälfte negative Folgen für die eigenen Finanzen befürchtet.

Kein Wunder also, dass Washington nun ausgerechnet an den Öl-Sanktionen gegen Moskau schraubt. Im Raum steht sogar, Teile der russischen Schattenflotte zurück auf den Weltmarkt zu lassen. Trump hat einen Krieg losgetreten, bei dem der Westen gleich an mehreren Fronten die Nerven verliert. Die Ukraine fürchtet Engpässe bei Patriot-Abwehrraketen, während die USA dieselben Systeme am Golf verschießen. Und während Russland kassiert, zahlen andere den Preis – allen voran Kiew.

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