KOMMENTAR

Auf stabilem Kurs in unruhigen Zeiten

von Redaktion

Zipses letzte BMW-Bilanz

Drei Prozent weniger Gewinn als im Vorjahr: Was in anderen Zeiten eine kleine Schmach wäre, ist heute ein Triumph für BMW. Während bei der Konkurrenz die Erträge einbrechen, Mitarbeiter gehen müssen und die Chefetage verzweifelt die Strategie umwirft, sind die Müncher auf Kurs – zumindest relativ gesehen.

Das ist nicht nur, aber auch ein Verdienst des scheidenden Chefs Oliver Zipse. Trotz vehementer Kritik hat er nicht kopflos eine Radikalwende zur E-Mobilität hingelegt, sondern stoisch weiter auch jene Kunden bedacht, die kein E-Auto wollen. Gleichzeitig hat er trotzdem nicht nur dumpf am Alten festgehalten, sondern konsequent an der Zukunft gearbeitet. Elektrisch fährt BMW mit seinen Modellen voraus, nicht hinterher.

Kaum jemand hat Tradition und Moderne so gut versöhnt wie Zipse. Dass er bald als BMW-Chef aufhört, ist nicht nur für den Münchner Traditionskonzern ein Verlust. In einer hyperventilierenden Welt, in der selbst Würste und Autos Teil eines erbitterten Kulturkampfes sind, kann man sich von seiner Gelassenheit, Weitsicht und Dialektik jedenfalls einiges abschauen.ANDREAS.HOESS@OVB.NET

Artikel 1 von 11