Man weiß nicht, was sich Donald Trump von diesem Krieg erhoffte, und schlimmer noch: Er scheint es selbst nicht zu wissen. Die Planlosigkeit des US-Präsidenten, der täglich ein neues Kriegsziel ausgibt, besorgt zwei Wochen nach Beginn der Angriffe längst auch Partner wie Berlin, die den Krieg eingangs mittrugen. Die Bilanz ist ja auch ernüchternd. Das Terrorregime im Iran hat nicht kapituliert, sondern den Punkt seiner größten Verwundbarkeit offenbar überstanden. Und der Krieg, dessen baldiges Ende Trump herbeiprahlt, nähert sich im Gegenteil einem Flächenbrand.
Nichts wäre wünschenswerter gewesen, als das Mullahregime schnell fallen zu sehen. Aber militärische Überlegenheit allein nützt nichts, wenn eine Strategie und ein Ziel fehlen. Die Folgen treffen die Welt mit Wucht: Stagnierende Lieferketten bremsen die globale Wirtschaft, horrende Ölpreise nützen den Falschen. Wladimir Putin kann seine Kriegskasse plötzlich wieder mit Ölmilliarden füllen. Dass Trump die steigenden Ölpreise für zweitrangig erklärte, dürften ihm nicht nur die Wähler daheim übel nehmen, sondern auch die Ukrainer; und mit ihnen Europa, das als Zuschauer am Rand steht.
Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass der US-Präsident bald einen Ausweg sucht. Was täte dann Israel? Und was geschähe mit den mutigen Iranern, um deren Freiheit es doch angeblich ging? Dass sie im Bombenhagel nicht gegen die Mullahs demonstrierten, kann man ihnen nicht vorwerfen. Sie wären wohl mit Herrschern alleine gelassen, die noch paranoider sind als zuvor.