Deutsche CO₂-Emissionen sinken minimal

von Redaktion

Im Verkehrssektor stiegen die Emissionen. © Weißbrod/dpa

Berlin – Die Treibhausgasemissionen in Deutschland sind im vergangenen Jahr nur noch minimal gesunken. Der Rückgang verlangsamte sich auf 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2024: Dies geht aus der deutschen Klimabilanz 2025 hervor, die Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) am Samstag vorstellte. Schneider sprach von einer „Stagnation in vielen Bereichen“ und kritisierte: „Die Fortschritte sind insgesamt zu klein.“

Die Bilanz biete ein „gemischtes Bild“, resümierte der Minister. Im Energiesektor gingen die Emissionen im Jahresvergleich zurück, in den Sektoren Verkehr und Gebäude stiegen sie hingegen an.

Für das Jahr 2030 und vor allem für die Zeit danach sind die Klimaziele laut Schneider nur durch zusätzliche Anstrengungen erreichbar. Dazu solle ein neues Klimaschutzprogramm beitragen, das am 25. März im Kabinett beschlossen werde.

Bis 2030 will die Bundesregierung den Ausstoß an Treibhausgasen um 65 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 verringern. Dieses Ziel sei „noch zu erreichen“, sagte Dirk Messner, der Präsident des Umweltbundesamts (UBA). „Das geht, aber wir müssen uns anstrengen.“

In Deutschland wurden laut Klimabilanz 2025 insgesamt 649 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ausgestoßen. Die Emissionen sanken um 0,9 Millionen Tonnen oder 0,1 Prozent im Vergleich zu 2024. Der Rückgang fiel damit noch geringer aus als nach vorläufigen Zahlen vom Januar angenommen. Das Jahresziel für 2025 von 661,6 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten wurde aber noch erreicht.

Der Rückgang wurde vor allem durch eine Minderung um allein 0,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente im Energiesektor erzielt, was das UBA vor allem auf die erneut gestiegene Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien zurückführt.

In den Sektoren Verkehr und Gebäude stiegen die Emissionen im Vergleich zum Vorjahr an. Im Bereich Industrie gab es zwar einen leichten Rückgang, was aber laut Bericht „mit der aktuell schwachen Konjunktur“ zusammenhängt. Positiv wurde vermerkt, dass Wälder wieder etwas mehr CO2 aufnahmen als abgaben.

Um das Emissionsziel für 2030 zu erreichen, müssten die Emissionen ab 2026 pro Jahr „im Schnitt um 42 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente sinken“, heißt es in dem Bericht – also um mehr als das Vierzigfache des im vergangenen Jahr erreichten Rückgangs.

„Besonders dringend“ sei eine Reduzierung der Emissionen in den Bereichen Verkehr und Gebäude, um den teuren Ankauf von Emissionszertifikaten aus anderen EU-Mitgliedstaaten oder milliardenschwere Strafzahlungen möglichst zu vermeiden. Positiv wertete Schneider „eine gestiegene Akzeptanz für Klimaschutztechnologien“ wie Elektroautos und Wärmepumpen.

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