KOMMENTAR

Weselsky klingt wie ein Klischee

von Redaktion

GDL-Chef hadert mit Nachfolger

Dass früher alles besser war, ist schon immer eine Fehleinschätzung gewesen. Aus dem Mund von Claus Weselsky aber klingt sie besonders falsch. Der Mann hat es geschafft, mit seiner ausgeprägten Streiklust Idol einer ganzen Generation von Lokführern zu werden und gleichzeitig das ganze Land gegen sich aufzubringen. Nun ist er Rentner und klingt wie sein eigenes Klischee. Hauptsache dagegen!

Dem Nachfolger öffentlich Ratschläge zu erteilen, war noch nie eine gute Idee. Sie ist es auch jetzt nicht, zumal Weselsky sich widerspricht und Mario Reiß ein „tolles Ergebnis“ bei der jüngsten Verhandlungsrunde attestiert. Die Einschränkung, die Gewerkschaft habe medial zu wenig stattgefunden, legt den Kern des Problems frei: Sein Ego.

Es stimmt schon, den Namen Reiß kennen nicht viele Deutsche. Aber in diesem Punkt verhält es sich wie bei Fußballschiedsrichtern: Am besten sind sie, wenn man sie nicht wahrnimmt. Man muss nicht ganz oben auf den Barrikaden stehen, um ein gutes Ergebnis zu erkämpfen. Für diese Einsicht wird Claus Weselsky aber noch eine Weile brauchen. Immerhin, Zeit genug hat er jetzt.MARC.BEYER@OVB.NET

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