Die Bundesregierung will die private Altersvorsorge zu einer für künftige Rentnergenerationen einträglichen Geldquelle machen. Dazu müssen die Schwächen der bisherigen Riester-Rente beseitigt werden. Das will Schwarz-Rot mit einem Standardprodukt erreichen, renditestärkere Anlagen mit gedeckelten Kosten. Doch die Webfehler der Riester-Rente geht sie dabei leider nur unzureichend an.
Die hohen Kosten für Riester-Produkte sind ein echter Renditefresser. Künftig sollen sie zwar auf 1,5 Prozent begrenzt werden. Doch Beispiele aus anderen Ländern zeigen, dass es deutlich günstiger geht. Das Argument, der Wettbewerb werde schon für billigere Angebote sorgen, zieht nicht. Um das beste Produkt zu finden, müssten Sparer wieder etliche Angebote vergleichen und sich auf die Beratung von anderen verlassen, die womöglich mehr das eigene Wohl als das der Anleger im Sinne haben. Besser wären nur ein oder zwei echte Standardprodukte, möglichst staatlich verwaltet, mit deutlich weniger Kosten. Im Verlauf der Jahrzehnte könnte das einen fünfstelligen Unterschiedsbetrag ausmachen.
Nach den Riester-Erfahrungen bleibt es rätselhaft, warum der Finanzwirtschaft wieder ein riesiger Markt eröffnet wird, statt den Bürgern ein öffentlich organisiertes System in ihrem Interesse zu eröffnen. Noch besteht die Chance, diese Fehlentwicklung zu vermeiden. Sie sollte genutzt werden. Das entsprechende Gesetz steht kurz vor der entscheidenden Abstimmung im Bundestag.WIRTSCHAFT@OVB.NET