Opfer des Krieges: Eine Frau vor einem zerstörten Haus.
Beirut/Teheran/Tel Aviv – Seit zwei Wochen tobt der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran – ohne Aussicht auf Deeskalation. Auch den Libanon hat der Krieg mit voller Wucht erfasst. 2000 Menschen wurden dabei nach Angaben nationaler Behörden im Libanon und im Iran getötet, Aktivisten sprechen von mehr als 3000. Darunter sind auch Zivilisten, oft auch Kinder. Auch wenn die Angriffe militärischen Zielen, Infrastruktur und den Sicherheitskräften gelten, sind oft Zivilisten in der Nähe.
Iran: Nach Angaben des Menschenrechtsnetzwerks HRANA wurden im Iran bisher 3000 Menschen getötet, darunter mehr als 1300 Zivilisten. Viele Menschen befinden sich innerhalb des Landes auf der Flucht.
Im Gegensatz zu vielen Gegenden in Israel gibt es hier weder Luftalarm noch Schutzräume. Auch eine Warnapp vor Angriffen, wie sie in Kiew jeder auf seinem Handy hat, ist im Iran nicht vorhanden. Die israelischen und amerikanischen Luftangriffe treffen die meisten Menschen deshalb völlig überraschend, ohne Vorwarnung. Wenn sie das Dröhnen eines Jets oder die erste Detonation hören, bleiben nur Sekunden, um einen sicheren Ort zu suchen. Theoretisch bieten Metrostationen Schutz, doch für viele sind sie im dicht besiedelten Teheran zu weit entfernt.
Libanon: Auch die Opferzahlen im Libanon steigen fast stündlich an. Bisher meldeten die Behörden rund 800 Tote und knapp 2000 Verletzte. Die israelischen Evakuierungsbefehle erreichen die Menschen zwar in den meisten Fällen. Sie lösen oft aber Panik und Orientierungslosigkeit aus.
Straßennamen und wie in Deutschland übliche Adressen gibt es im Libanon nicht. Orientierung findet oft durch Ortskenntnisse statt, nicht durch Karten. Die Koordinaten für ihre anvisierten Angriffsziele gibt das israelische Militär nicht bekannt. Zudem erfolgen manchmal Angriffe ohne jegliche Vorwarnung, auch in dicht besiedelten Wohngebieten in der Hauptstadt Beirut. Zum Teil schießen Menschen mit Gewehren in die Luft, wenn die israelische Armee zur Flucht aufgerufen hat. Dabei kommt es immer wieder auch zu Verletzungen oder Schäden durch umherirrende Kugeln.
Auch Schutzräume oder Bunker gibt es weder in der Hauptstadt Beirut noch im Rest des Landes. Genauso wenig existiert eine Metro oder Untergrundanlagen für Schutzsuchende. Immerhin: Manche Gebäude haben Tiefgaragen.
In Israel gab es mit bislang 13 Toten vergleichsweise wenige Opfer. Das liegt vor allem an der israelischen Luftabwehr. Zunächst bestimmen Radare und Satelliten, ob bei einem Raketenangriff etwa Wohngebiete oder wichtige Infrastruktur bedroht sind, in dem Fall kommen die kostenintensiven Verteidigungssysteme zum Einsatz, etwa der Iron Dome.