Israel tötet Irans Sicherheitschef Laridschani

von Redaktion

Armee spricht von nächtlichem Präzisionsangriff in Teheran – Trump wettert gegen Nato-Verbündete

Laridschani galt als zentrale Führungsfigur. © Salemi/dpa

Tel Aviv/Teheran – Israel hat weitere iranische Führungsfiguren getötet. Demnach sei der einflussreiche Generalsekretär des Sicherheitsrats, Ali Laridschani, bei einem nächtlichen Präzisionsangriff in Teheran ums Leben gekommen, wie Israels Verteidigungsminister Israel Katz am Dienstag erklärte. Der 67-jährige Laridschani galt zuletzt als zentrale Figur im iranischen Machtapparat.

Eine Bestätigung seines Todes aus Teheran folgte am späten Dienstagabend. Auch die politischen und militärischen Folgen sind unklar. Kurz nach der Bekanntgabe durch die israelische Regierung wurde auf Laridschanis Online-Accounts eine handschriftliche Mitteilung veröffentlicht. In dem undatierten Beitrag äußert er sich zum Tod von 84 Marinesoldaten, die Anfang des Monats bei einem Angriff eines US-U-Boots im Indischen Ozean ums Leben gekommen waren.

Israel teilte zudem mit, den Kommandeur der iranischen Basidsch-Einheiten, Brigadegeneral Gholamresa Soleimani, getötet zu haben. Die iranischen Revolutionsgarden bestätigten das am Dienstagabend. Nach Angaben der israelischen Armee seien die Basidsch-Einheiten unter Soleimanis Führung für die gewaltsame Niederschlagung der Proteste im Iran im Januar verantwortlich gewesen.

Nach israelischen Angaben wurden im Verlauf des Iran-Kriegs bereits dutzende führende Vertreter des iranischen Machtapparats getötet, darunter auch Irans Oberster Führer Ali Chamenei. Das Schicksal seines möglichen Nachfolgers und Sohnes Mojtaba Chamenei ist weiterhin ungewiss.

In den USA sorgt der Krieg unterdessen für politische Erschütterungen. Ein führender Geheimdienstler und Gefolgsmann von Präsident Donald Trump erklärte aus Protest gegen das Vorgehen seinen Rücktritt. Der Leiter des Nationalen Terrorabwehr-Zentrums, Joe Kent, teilte mit, der Iran sei „keine unmittelbare Bedrohung“ für die USA gewesen.

Trump hat unterdessen Deutschland und andere Nato-Länder scharf für die ausbleibende Hilfe bei der Absicherung der Straße von Hormus kritisiert. Die Haltung der Verbündeten sei „ziemlich schockierend“, sagte er. „Ich denke, die Nato macht einen sehr dummen Fehler“, fügte er hinzu. Der Fall sei ein „Test“ für das Bündnis gewesen. Deutschland habe erklärt, nichts mit dem Iran-Krieg zu tun zu haben und sich deshalb nicht beteiligen zu wollen, sagte Trump .

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