Eltern bringen’s ihren Kindern früh bei. Wenn man unterschiedlicher Meinung ist, redet man miteinander und versucht, einen Kompromiss zu finden. Man kann auch aufeinander einhauen, aber erfolgversprechend ist das nicht. Und damit zur Gewerkschaft Verdi, die erneut Busse und Bahnen in München bestreikt.
Verdi fordert 668,75 Euro mehr Lohn – und gleichzeitig eine Verringerung der Arbeitszeit auf 35 Stunden pro Woche. Weil die Arbeitgeber (also zum Beispiel die Stadt München) eh kein Geld haben, ist das zwar unrealistisch – was Verdi aber offenbar nicht interessiert. Die Gewerkschaft will den Nahverkehr möglichst lahmlegen. Anders als in anderen Städten gilt das in München schon heute Abend, wo rein zufällig ein Fußballspiel stattfindet.
Dieser Ansatz von Verdi ist das Äquivalent zum Aufeinandereinhauen im Sandkasten. Ob das die Arbeitgeber beeindrucken wird? Man darf zweifeln. Wie man erfolgreich verhandelt? Da könnten die Verdi-Leute sich mal bei den Kollegen der GDL erkundigen. Die einst so heftigen Gewerkschafter haben sich grad einen ordentlichen Abschluss mit der Bahn rausverhandelt. Ganz ohne Streik.