Iran setzt Streumunition aus Rache ein

von Redaktion

Nach dem Sicherheitschef tötet Israel auch Geheimdienstminister – Regime startet heftige Gegenangriffe

Irans Geheimdienstminister Ismail Chatib. © Salemi/dpa

Tel Aviv/Teheran – Der iranische Geheimdienstminister ist nach israelischen Angaben bei einem Luftangriff getötet worden. Ismail Chatib sei in der Nacht bei einem gezielten Angriff ums Leben gekommen, teilte Israels Verteidigungsminister Israel Katz am Mittwoch mit. Aus dem Iran gab es dazu zunächst keine Bestätigung. Katz sagte, Chatib sei für Unterdrückung im eigenen Land sowie „Bedrohungen nach außen“ verantwortlich gewesen.

Chatib war seit fünf Jahren der schiitische Geistliche Minister für die Nachrichtendienste der Islamischen Republik. Er galt als hervorragend vernetzt und behielt seinen Ministerposten auch nach dem Regierungswechsel 2024, als die ultrakonservative Regierung nach dem Tod von Präsident Ebrahim Raisi vom Reformisten Massud Peseschkian abgelöst wurde.

Israel hat im Iran-Krieg bereits dutzende führende Persönlichkeiten des iranischen Machtapparats getötet – zuletzt den Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrats, Ali Laridschani, der am Mittwoch beigesetzt wurde. Irans neuer oberster Führer Mojtaba Chamenei drohte mit Rache. Die „Mörder“ würden den „Preis“ für ihre Tat bezahlen, hieß es in einer schriftlichen Erklärung, der erst zweiten seit seiner Ernennung.

Zuvor griff der Iran Israel mit Streumunition an. Am Einschlagsort in der Stadt Ramat Gan nahe Tel Aviv kamen zwei Menschen ums Leben. Der Einsatz von Streumunition gilt als besonders verheerend und ist international weitgehend geächtet. Israels Führung hat nach Angaben des Verteidigungsministers Katz derweil die Tötung jedes ranghohen iranischen Vertreters genehmigt, der von der Armee ins Visier genommen wurde.

Israel hat Medienberichten zufolge auch Teile der Gasindustrie am Persischen Golf bombardiert. Betroffen seien Anlagen bei der Industriestadt Asalujeh. Teheran antwortete mit Vergeltungsangriffen auf Gasanlagen in Katar und Saudi-Arabien. Präsident Massud Peseschkian warnte zudem vor einer weiteren Eskalation. Diese „aggressiven Handlungen“ könnten „unkontrollierbare Folgen“ haben, erklärte er.

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