Neues Terminal? Ja, gerne!

von Redaktion

Ausbau-Pläne für Flughafen

Wie tief Deutschland in die Wirtschaftskrise gerutscht ist, spüren auch prosperierende Regionen wie unsere, wo Arbeitsplätze allenfalls etwas später abgebaut werden. Gute Nachrichten sind derzeit selten. Wenn dann eine kommt, sollte man sie nicht mit Inbrunst schlechtreden. Das Orakeln des Lufthansa-Chefs über einen Ausbau des Münchner Flughafens, vor allem der Terminal-Kapazitäten, ist aus wirtschaftlicher Sicht eindeutig eine frohe Kunde. Wenige Arbeitgeber ziehen München und vor allem das Umland bis Landshut mit Job-Effekten so nach oben wie der Airport.

Man darf das bestaunen, denn vieles stimmte skeptisch. Intern: Mehrfach schwere Probleme bei den Abläufen, inzwischen behoben. Auch die Pandemiejahre haben der Branche einen Absturz beschert. Die Rekorde der Flugbewegungen liegen sogar 18 Jahre zurück und werden seither nicht annähernd erreicht; wohinter aber die sinnvolle Entwicklung steht, dass die Maschinen nun besser ausgelastet, größer, effizienter sind. Damit steigen die Zahlen der Passagiere und der Umsteiger. Wenn das Investitionen nötig macht, privat finanziert, auch über die fast fertige Terminal-1-Erweiterung hinaus: Ja bitte, her damit! Zur Erinnerung: Über 40 Prozent des Volumens der Airport-Aufträge gehen in die Region, jeder Flughafen-Job schafft statistisch einen weiteren im Umland. Knapp jeder hundertste in Bayern erwirtschaftete Euro geht auf den Airport zurück.

Ja, die Euphorie hat Grenzen. Zuoberst für die unmittelbaren Anwohner, die unter Lärm und Abgasen leiden. Eine dritte Startbahn braucht‘s auf lange Sicht nicht, eben weil sich Flugzahlen und Passagierwachstum weiter auseinander entwickeln. Und so wichtig wie ein Ausbau der Terminals ist, endlich die Bahn-Zuwege anzupassen. Dass der Weltflughafen nach wie vor nur per Bimmelbummelbahn an München angeschlossen ist und nicht mal eine Express-S-Bahn realisiert wurde, ist eine seit Jahrzehnten erduldete große Peinlichkeit für Bayern.

Ein prosperierender Flughafen ist ein Glück für die Region. Gut, dass die Lufthansa als größter Partner da mit anschiebt. Übrigens: Alles, was die Lufthansa dafür in München platziert – Flugzeuge, Mitarbeiter, Verwaltung, operative Steuerung – ist willkommen. Vielleicht ja eines Tages endlich auch der Konzernsitz.

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