Brüssel – Deutschland und Frankreich starten einen letzten Versuch, sich auf ein gemeinsames Luftkampfsystem (FCAS) zu verständigen. Ein Ergebnis müsse wegen der Entscheidungen zum Bundeshaushalt am 15. April vorliegen, hieß es aus deutschen Regierungskreisen nach einem Gespräch zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron im Umfeld des EU-Gipfels. Den Angaben zufolge sollen in den nächsten vier Wochen Experten zwischen den beteiligten Unternehmen vermitteln und nach einer Lösung suchen.
FCAS steht für „Future Combat Air System“ und wäre bei einer Realisierung das größte und teuerste europäische Rüstungsprojekt. Die Gesamtkosten werden auf einen dreistelligen Milliardenbetrag geschätzt. Deutschland, Frankreich und Spanien ringen seit Monaten um eine Realisierung. Die Entscheidung wird nun bereits zum dritten Mal verschoben. Das Luftkampfsystem soll im Verbund mit teils bewaffneten Drohnen fliegen und ist insofern mehr als ein Kampfflugzeug. Der Plan ist, dass es den von der Bundeswehr genutzten Eurofighter und auch die französische Rafale ab 2040 ablöst. Als Kernproblem hatte Merz zuletzt genannt, dass die Franzosen ein anderes Kampfflugzeug brauchen als die Bundeswehr.