Pentagon will 200 Milliarden Dollar für Iran-Krieg

von Redaktion

Höhere Ausgaben als bei Ukraine-Hilfen – Merz: Europa kann nach Ende der Kämpfe die Seewege sichern

Volle Kriegskasse: Pete Hegseth. © Balce Ceneta/dpa

Washington/Brüssel – Das US-Verteidigungsministerium will nach Informationen der „Washington Post“ den Kongress um 200 Milliarden Dollar (rund 174 Milliarden Euro) zur Finanzierung des Iran-Kriegs bitten. Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte zu dem Bericht, diese Zahl könne sich noch ändern. „Natürlich braucht man Geld, um Bösewichte zu töten“, fügte er hinzu. Die 200 Milliarden Dollar würden dem Bericht zufolge die gesamten Ukraine-Hilfen der USA übersteigen.

Die Zeitung hatte geschrieben, das Pentagon habe das Weiße Haus gebeten, die Forderung von 200 Milliarden Dollar an den Kongress zu bestätigen. Das Blatt berief sich auf einen hochrangigen Regierungsmitarbeiter und drei weitere anonyme Quellen, die die Größenordnung bestätigten.

Bisher hatten US-Medien von einer möglichen Regierungsanfrage an den Kongress in Höhe von 50 Milliarden Dollar berichtet. Laut „Washington Post“ gehen die 200 Milliarden Dollar weit über die bisherigen Kriegskosten hinaus, die nach den ersten sechs Tagen auf rund elf Milliarden Dollar geschätzt worden waren. Zusätzlich wolle Hegseth, der sich „Kriegsminister“ nennt, die Waffenproduktion ankurbeln.

Die Summe wäre zudem höher als der gesamte bisherige US-Beitrag für die Ukraine. Laut der Zeitung genehmigte der Kongress bis zum Jahreswechsel insgesamt rund 188 Milliarden Dollar für die Unterstützung der Ukraine. US-Präsident Donald Trump hatte seinem Vorgänger Joe Biden Verschwendung vorgeworfen und die meisten Finanzhilfen nach seinem Amtsantritt vor 14 Monaten eingestellt.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat erneut Deutschlands Bereitschaft bekräftigt, nach dem Iran-Krieg zur Sicherheit in der Region beizutragen. Deutschland könne „viel tun, bis hin auch zu der Öffnung der Seewege und sie frei zu halten“, sagte Merz vor dem EU-Gipfel in Brüssel. Er wünsche sich von dem Treffen, dass „ein klares Signal von uns ausgeht, dass wir bereit sind zu helfen“.

Wie bereits am Mittwoch bei seiner Regierungserklärung betonte Merz, Deutschland könne „nur dann“ helfen, „wenn die Kampfhandlungen beendet sind“. Für einen solchen Einsatz sei zudem ein internationales Mandat nötig, „das wir gegenwärtig nicht haben“. Deswegen stünden „noch viele Schritte vor uns, bevor wir überhaupt über ein solches Thema nachdenken können“.

US-Präsident Donald Trump hatte die Nato-Verbündeten aufgefordert, sich an der Absicherung der Straße von Hormus zu beteiligen. Die meisten EU-Länder, darunter Frankreich und Deutschland, schließen eine solche Unterstützung während des Krieges jedoch aus. Sie sprachen sich in dieser Woche auch gegen eine Ausweitung der EU-Marinemission Aspides auf die Straße von Hormus aus. Aspides sichert derzeit die Schifffahrt im Roten Meer und im Golf von Aden ab.

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