Berlin – Der im Rahmen eines Gefangenenaustausches ins Ausland abgeschobene russische Oppositionspolitiker Ilja Jaschin hat die Gründung einer Partei angekündigt. „Die Gründungssitzung planen wir, in diesem Sommer abzuhalten – und natürlich wird das eine öffentliche Veranstaltung“, sagte Jaschin in einem Video. Der Schritt sei notwendig, um Kriegsgegner und Anhänger der Opposition zu mobilisieren, sagte der 43-Jährige. Er machte keine Angaben dazu, ob außer ihm noch weitere prominente Namen der Exil-Opposition der Partei beitreten werden.
Auch wenn die Partei im Ausland gebildet werde, solle sie Einfluss auf die Politik in Russland üben, sagte Jaschin. In Russland selbst sei Oppositionspolitik im Parteiformat derzeit wegen der staatlichen Repressionen nicht möglich. Einmal mehr kritisierte er in dem Zusammenhang die im Parlament, der Staatsduma, vertretenen Parteien als Marionetten von Kremlchef Wladimir Putin. Im Herbst sind in Russland Duma-Wahlen.
Jaschin war jahrelang ein enger Vertrauter von Kremlkritiker Alexej Nawalny. Jaschin selbst wurde wegen Kritik an Putins Krieg zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. 2024 schob ihn Russland bei einem Gefangenenaustausch ab. Seither lebt er in Berlin.