Nicht viel mehr als die Verwaltung des Mangels

von Redaktion

Bahn-Plan gegen Verspätungen

Das war vorhersehbar. Die eierlegende Wollmilchsau hat auch die „Taskforce für eine zuverlässige Bahn“ nicht gefunden. Einige kleine Maßnahmen, die jetzt in Berlin verkündet wurden, kennt man in München schon von der S-Bahn, etwa die Reisendenlenker oder die Flex-Abfahrten – das ist das Uhrensymbol in den S-Bahn-Anzeigen. Jeder S-Bahn-Pendler weiß es aus leidvoller Erfahrung: Viel gebracht hat das nicht. Und „Jokergleise“, also Gleise, die absichtlich für verspätete Züge freigehalten werden, gibt es zumindest in München nicht. Ein „Meilenstein“, von dem Bundesverkehrsminister Schnieder spricht, ist das nicht. Damit macht sich der Minister fast lächerlich. Es ist, wie es ein Verband treffend ausgedrückt hat, die Verwaltung des Mangels.

Immerhin hat die „Taskforce“ der Versuchung widerstanden, das umstrittenste Mittel für mehr Pünktlichkeit hervorzuheben. Die Streichung einzelner Verbindungen, um Stau auf den Gleisen zu vermeiden, soll es nur im Ausnahmefall geben. Es wäre auch fatal, ausgerechnet jetzt, in Zeiten steigender Benzinpreise, Züge zu streichen.

Das Rezept gegen Verspätungen ist indes längst gefunden: Es heißt Aus- und Neubau von Gleisen. Dafür muss Geld her, mehr Geld als jetzt zur Verfügung steht. Aber die „Taskforce“ durfte ja nichts vorschlagen, was Geld kostet. Da braucht man sich über die dürftigen Ergebnisse nicht zu wundern.DIRK.WALTER@OVB.NET

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