München – Knapp eineinhalb Jahre hatte Alexander Schweitzer Zeit, sich als Ministerpräsident bei den Rheinland-Pfälzern bekannt und beliebt zu machen. Bei der Landtagswahl am Sonntag muss der mit 2,06 Metern auffallend groß gewachsene SPD-Politiker zeigen, ob ihm dies gelang. Im Juli 2024 übernahm er mitten in der laufenden Legislaturperiode den Chefsessel in der Mainzer Staatskanzlei von seiner langjährigen Vorgängerin und Parteikollegin Malu Dreyer. Nun stellt sich der 52-jährige Schweitzer erstmals als Spitzenkandidat den Wählern.
Klar ist: Es wird eng für ihn. In der letzten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen (ZDF) lag die CDU von Spitzenkandidat Gordon Schnieder vorn. Sie kommt auf 29 Prozent, während Schweitzer und die SPD nur bei 27 stehen. Auf dem dritten Platz wird die AfD mit 19 Prozent gesehen, vor den Grünen mit neun. Alle anderen Parteien müssen zittern. Umfragen für ARD und „Bild“ ergaben zuletzt ähnliche Werte.
Die 2,95 Millionen Wähler in Rheinland-Pfalz könnten damit auch auf die bundespolitische Debatte einen großen Einfluss haben. Sollte die SPD nach der Enttäuschung von Baden-Württemberg (5,5 Prozent waren das schlechteste Ergebnis jemals) nun auch noch einen Ministerpräsidenten verlieren, stünde die Parteispitze in Berlin unter massivem Druck. Umgekehrt müsste sich auch Friedrich Merz rechtfertigen, wenn seiner CDU auch der zweite Regierungswechsel misslingt. Spitzenkandidat Gordon Schnieder (50) hat übrigens beste Drähte ins Merz-Kabinett. Sein älterer Bruder Patrick ist Bundesverkehrsminister.