Miesbach – Empfindliche Niederlage für die CSU: Die Partei verliert den Heimatlandkreis von Landtagspräsidentin Ilse Aigner. Erstmals seit fast zwei Jahrzehnten steht mit Jens Zangenfeind (54) wieder ein Vertreter der Freien Wähler an der Spitze des Miesbacher Landratsamts. Zangenfeind setzte sich in der gestrigen Stichwahl mit 78 Prozent klar gegen CSU-Mann Franz Schnitzenbaumer (63) durch.
Dass Zangenfeind die Wahl für sich entscheiden würde, hatte sich bereits nach dem ersten Durchgang abgezeichnet. Mit 45,3 Prozent setzte er sich vor zwei Wochen vom übrigen Feld ab. Die Wucht seines jetzigen Sieges kam für ihn dennoch überraschend: „Das Ergebnis macht mich fast sprachlos“, so der künftige Landrat. Mit einer derart klaren Entscheidung habe er nicht gerechnet. „Ich bin überglücklich. Mit meiner Wahl zum Landrat geht für mich der größte Traum in Erfüllung.“
Zangenfeind, bislang Bürgermeister der Gemeinde Hausham, löst CSU-Landrat Olaf von Löwis (72) ab. Die CSU hatte Schnitzenbaumer, seit 2006 Bürgermeister von Schliersee, als Kandidaten ins Rennen geschickt. Er hatte gehofft, das Ergebnis noch drehen und das Landratsamt in CSU-Hand halten zu können. „Wir müssen jetzt schauen, wie wir die Wähler mobilisieren können, um das Ruder noch einmal herumzureißen“, erklärte er nach dem ersten Wahlgang. Nun jedoch die Ernüchterung: „Ich war offensichtlich nicht der richtige Kandidat.“SBE/GAB