München – Keine Frage, der München-Schock sitzt tief bei der Bayern-SPD. Trotzdem haben die Genossen am Sonntagabend auch Grund zu feiern. Denn in anderen Städten gewinnen sie den Stichwahl-Kampf um die Rathäuser: Augsburg, Regensburg, Bamberg, Bayreuth und Rosenheim sind künftig in SPD-Hand.
Die Erfolge zeigten, „dass die SPD auch aus schwieriger Lage Wahlerfolge erreichen kann“, sagte Bayerns SPD-Chef Sebastian Roloff unserer Zeitung. Die SPD bleibe kommunale Kraft.
Überraschend knüpfen die Genossen der CSU manchen Posten ab: In Rosenheim etwa, eigentlich eine alte Bastion der Christsozialen, heißt der künftige OB Abuzar Erdogan (SPD). Der Jurist wirft Amtsinhaber Andreas März (CSU) aus dem Chefsessel – und das gar nicht mal so knapp (53,5 gegen 46,6 Prozent). In Augsburg galt Amtsinhaberin Eva Weber (CSU) als Favoritin, unterliegt dann aber klar SPD-Mann Florian Freud (56,6 gegen 43,4 Prozent). „Am Schluss war‘s die Mobilisierung“, sagte Weber im BR. Viele Wähler hätten gedacht, der Vorsprung aus der ersten Runde reiche aus.
In Regensburg setzt sich Thomas Burger (SPD) gegen CSU-Bewerberin Astrid Freudenstein durch. In Bamberg gewinnt Sebastian Niedermaier (SPD) gegen den Grünen Jonas Glüsenkamp. Hier wie dort waren die SPD-Amtsinhaber nicht mehr angetreten. Umgekehrt ist das Bild in Hof und Erlangen, wo die SPD-Amtsinhaber gegen CSU-Kandidaten verlieren.
Was man in München auch genau registriert: Nürnberg bleibt bei der CSU. Dort setzt sich Oberbürgermeister Marcus König gegen den SPD-Herausforderer Nasser Ahmed durch. Es ist die erste Wiederwahl eines christsozialen Amtsinhabers in der Stadt.MMÄ, HOR, CD