Paris – Der rechtspopulistische Rassemblement National (RN) geht gestärkt aus der französischen Kommunalwahl hervor: Nach offiziellen Ergebnissen kommt der RN auf knapp 70 Bürgermeister, so viele wie nie zuvor. Bislang hatten rund 15 Kommunen Rechtsaußen-Bürgermeister. RN-Chef Jordan Bardella sprach vom „größten historischen Durchbruch seiner Partei“. Es sei „der Beginn eines Machtwechsels, der bald die ganze Nation betreffen wird“.
Das links-grüne Lager feierte Wahlerfolge in Großstädten: In Paris besiegte der Sozialist Emmanuel Grégoire die konservative, mit einem Korruptionsprozess konfrontierte Ex-Ministerin Rachida Dati. In Marseille, wo zeitweise ein RN-Kandidat als Favorit galt, wurde der linke Amtsinhaber Benoît Payan wiedergewählt. In Lyon verteidigte der grüne Bürgermeister Grégory Doucet mit knappem Vorsprung sein Amt. Die linkspopulistische Partei La France Insoumise (LFI) hatte sich ebenfalls Hoffnungen auf Bürgermeisterämter gemacht. Dies gelang nur vereinzelt, etwa in Saint-Denis bei Paris. Landesweit schnitten konservative Kandidaten am besten ab. Laut der Zeitung „Le Monde“ eroberten Kandidaten der Republikaner und ihrer Verbündeten etwa 1300 Rathäuser.
Ein Jahr vor der Präsidentschaftswahl galt die Kommunalwahl als ein Stimmungstest. Allerdings traten in den meisten der 35.000 Kommunen Kandidaten nicht als Vertreter der nationalen Parteien an.