Drohnen-Startup: Groß-Fabrik in Oberbayern

von Redaktion

KI-Experten aus München: Blick auf eine Drohne vom Typ Loitering Munition System des Rüstungs-Startups Helsing. © dpa

Hallbergmoos/München – Im Münchner Umland entsteht ein neuer Rüstungsstandort. Auf 45 Hektar will das KI-Drohnen-Unternehmen Helsing in Hallbergmoos (Landkreis Freising) eine sogenannte „Resilience Factory“ mit Technologie-Hub errichten. Das Gelände, bisher als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen, umfasst rund 350.000 Quadratmeter. In einem ersten Schritt sollen etwa 120.000 Quadratmeter erschlossen werden. Die weiteren Flächen sind für strategische Erweiterungen und die Ansiedlung von Zulieferstrukturen vorgesehen. Mehrere hundert Arbeitsplätze dürften dort entstehen. In einer Sondersitzung des Gemeinderats wollten Helsing-CEO Wolfgang Gammel, Landrat Helmut Petz und Bürgermeister Benjamin Henn die Eckpunkte des Projekts am Dienstagabend vorstellen.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) will die Pläne am Mittwoch in einer Pressekonferenz bekannt geben. „Die Entscheidung für Hallbergmoos ist gut für die Region und ein starkes Zeichen für den Sicherheits- und Verteidigungsindustriestandort Bayern“, sagte Aiwanger bereits am Dienstag auf Nachfrage unserer Zeitung. Helsing sei „ein hochinnovatives Unternehmen und sorgt für weitere hochwertige Arbeitsplätze und zusätzliche Wertschöpfung in der Region“. Es gehe jetzt darum, die Ansiedlung gut zu begleiten. „Gerade in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind zukunftsorientierte Arbeitsplätze wichtig, das treiben wir als Wirtschaftsministerium voran.“ Das Münchner Unternehmen Helsing gilt als eines der führenden europäischen Unternehmen für Verteidigungstechnologie und hat sich auf KI-Systeme spezialisiert.

Hinter den Kulissen heißt es, auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) habe sich in die Standortsuche eingebracht. Er hatte Helsing im September in Tussenhausen bei Mindelheim besucht. „Verteidigung bedeutet Sicherheit“, sagte er dort, nur wer sich verteidigen könne, werde nicht selbst angegriffen. „Die Verbindung von Drohnen und KI ist eine entscheidende Zukunftskompetenz.“

Produziert werden könnte in Hallbergmoos auch für die Bundeswehr. Erst im Februar wurde bekannt, dass die Bundesregierung unter anderem mit Helsing einen Vertrag für die Versorgung der an der Nato-Ostflanke in Litauen stationierten Panzerbrigade 45 mit sogenannten Kamikaze-Drohnen schließen will.E. OESTEREICH, S. HORSCH, C. DEUTSCHLÄNDER

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