KOMMENTAR

Es wird ungemütlicher in München

von Redaktion

Kommunale FW-Triumphe

Die Freien Wähler sind extrem stark dort, wo sie herkommen. Und schwach dort, wo sie hinwollten. Das ist die kuriose Lehre des Wahlsonntags für die Aiwanger-Partei. Bei den Stichwahlen haben bodenständige, aber frische FW-Kandidaten weit überwiegend Erfolge – in manchen Fällen Triumphe – gefeiert. Von 14 auf 28 Landräte: Dieser Anstieg hat im politischen System Bayerns Wucht und ist von Dauer, die Amtszeiten laufen ja sechs Jahre bis tief ins nächste Jahrzehnt. Gleichzeitig flog die Partei in Rheinland-Pfalz aus dem letzten außerbayerischen Landtag. Nach der herben Bundestags-Klatsche 2025 ist auf Jahre klar: Die Deutschland-Ambitionen von Aiwanger sind vorbei.

In Bayern wird‘s nun öfter rumpeln. Fokussierte, kommunal gestärkte Freie Wähler können auch in der Staatsregierung stärker auftreten. Bisher sind stets die Sachbilanz oder die Außenwirkung der gut dreieinhalb FW-Ministerien (Wirtschaft, Kultus, Umwelt, Digitales) durchwachsen, Aiwangers Popularität ist aber weiterhin spektakulär. In den Freien Wählern wächst gerade eine dicke Gefahr für die CSU-Direktmandate 2028 heran, und die Söder-Partei hat noch kein Gegenmittel gefunden.

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