Ungarns Außenminister Peter Szijjarto hat offenbar jahrelang EU-Interna an seinen Kreml-Kollegen Sergej Lawrow weitergegeben – und hält das nicht einmal für ein Problem. So ist das mit den selbst ernannten „Patrioten“ der Gegenwart: Nicht ihrem Land oder ihren alten Partnern sind sie verpflichtet, sondern dem nächstbesten Autokraten.
Die Sache ist ernst. Und dass die Affäre niemanden in Brüssel überrascht, sollte all jenen zu denken geben, die an die Notwendigkeit eines starken Europa glauben. Die Ungarn sind besonders in der Verantwortung. Bei der Wahl am 12. April geht es längst nicht mehr nur darum, wer das Land regiert. Sondern vor allem darum, wie leicht man es dem Kreml macht, die EU von innen zu sabotieren.
Sollte Orbán die Wahl tatsächlich gewinnen, dann muss sich Brüssel endlich zum Äußersten durchringen. Rauswerfen geht nicht, aber man kann Budapest isolieren: Stimmrecht entziehen, Milliarden, die ohnehin in den Taschen von Orbáns Kumpels landen, einfrieren. Ungarn ist heute nicht mehr nur ein schwieriges Mitglied. Es ist eine Gefahr für die Sicherheit Europas. Europa darf und muss sich wehren.