Politiker in Raumfahrt-Jacke: Markus Söder im Februar im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. © dpa
München – „Houston, we have a problem.“ 56 Jahre nachdem Apollo-Astronaut Jim Lovell seine berühmten Worte aus dem Weltall nach Texas funkte, wird dort nun Raumfahrt-Fan Markus Söder aufschlagen. Der Ministerpräsident reist ab Sonntag für vier Tage in die USA. Sein Schwerpunkt liegt auf Wirtschaft und Forschung.
Es ist die erste Reise eines Ministerpräsidenten in die USA seit über 20 Jahren. 2002 wurde Edmund Stoiber, damals auch Kanzlerkandidat der Union, sogar von US-Präsident George W. Bush im Weißen Haus empfangen. Nachfolger Söder macht lieber einen Bogen um die Hauptstadt und besucht stattdessen mit Texas und South Carolina zwei Staaten mit engen Drähten nach Bayern.
„Ein Ziel ist die Erweiterung von Partnerschaften bei Technologie und Universitäten, insbesondere im Bereich Luft- und Raumfahrt. Das ist eine Branche, die in Bayern sehr stark wächst. Die Raumfahrtachse Bayern-Texas wird ausgebaut“, sagte Söder im Vorfeld der Reise. Die Branche erzielt in Bayern inzwischen etwa zwölf Milliarden Euro Jahresumsatz und hat rund 40.000 Beschäftigte – Tendenz steigend. Das Thema ist auch ein Schwerpunkt von Söders „Hightech Agenda“. An der TU München entsteht Europas größte Fakultät für Luft- und Raumfahrt.
Brisanter ist der zweite Stopp der Reise in Spartanburg, wo das weltgrößte BMW-Werk mit 11.000 Beschäftigten steht. „Wir sprechen vor Ort über das Thema Automotive und das Auto der Zukunft – auch im Hinblick auf Investitionen in den USA und Investitionen in Bayern“, sagte Söder. „Bayern ist Autoland und soll es bleiben – auch durch unser Engagement im Ausland.“ Die Automobilbranche leidet aber massiv unter der Zollpolitik von Donald Trump. In South Carolina wird Söder auch mit Gouverneur Henry McMaster zusammentreffen, einem Parteifreund des US-Präsidenten. „Wir pflegen unterhalb der Präsidialebene Netzwerke und bauen Partnerschaften aus, insbesondere zu Gouverneuren und Abgeordneten.“
Dabei dürfte es auch um Sicherheitsthemen gehen. South Carolina sei ein wichtiger Stützpunkt der US-Truppen und der Ausbildung der Army, heißt es aus der Staatskanzlei. Und in Grafenwöhr ist die größte US-Army-Garnison weltweit außerhalb der USA stationiert.MIK