Zwingt Trump uns jetzt in den Krieg?

von Redaktion

Rauch über Teheran: Trump hofft auf Verhandlungen mit dem Iran und fordert von Deutschland mehr Engagement. Außenminister Wadephul verhandelt beim G7-Treffen. © Salemi/dpa

Washington/Berlin – Jetzt macht US-Präsident Donald Trump konkret auf Deutschland Druck, sich stärker im Iran-Krieg zu engagieren. Der US-Präsident erklärte, als er die Spitze Deutschlands („the head of Germany“) habe sagen hören, dies sei nicht unser Krieg, habe er gesagt: „Die Ukraine ist nicht unser Krieg, wir haben geholfen.“ Die Äußerung sei sehr unangemessen gewesen.

Mit Blick auf Trumps Kritik an der Zurückhaltung Deutschlands und anderer Nato-Staaten wies Kanzler Friedrich Merz (CDU) am Freitag darauf hin, er habe Trump vor Kriegsbeginn gesagt: „Wenn Du willst, dass wir helfen, frag uns bitte vorher“. Dies habe der US-Präsident nicht getan.

Außenminister Johann Wadephul (CDU) zeigte sich beim G7-Außenministertreffen in Frankreich bemüht, gegenüber US-Außenminister Marco Rubio die Wogen zu glätten. In einem ersten bilateralen Gespräch mit Rubio am Rande der G7-Beratungen habe er verdeutlichen können, dass es „durchaus eine Bereitschaft Deutschlands gibt, nach Ende der Kampfhandlungen auch eine Rolle zu spielen, wenn es darum geht, die Sicherheit des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus sicherzustellen“, sagte Wadephul. Die Runde hatte zuvor im Beisein von Rubio über die weitere Unterstützung der Ukraine gesprochen. Zur „Gruppe der Sieben“ gehören neben Deutschland auch Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA.

Merz bekräftigte das deutsche Angebot, nach Abschluss eines Waffenstillstandes etwa bei der militärischen Absicherung der Straße von Hormus zu unterstützen. Notwendig dafür seien allerdings ein internationales Mandat und ein Beschluss des Bundestages. Von einer solchen Situation allerdings „sind wir weit davon entfernt“. Sein Eindruck sei vielmehr: „Die USA und Israel verstricken sich in diesen Konflikt jeden Tag tiefer“, warnte der Kanzler. „Was Trump da im Augenblick macht, ist nicht Deeskalation und der Versuch, da eine friedliche Lösung hinzubekommen, sondern eine massive Eskalation mit offenem Ausgang“, sagte Merz auf dem „F.A.Z.-Kongress 2026“. „Das sind Eskalationen, die schon bedrohlich sind. Nicht nur für die Betroffenen, sondern für uns alle.“ Merz bezweifelte auch, dass ein Sturz der Führung im Iran erreicht werden kann. „

Trump verlängerte sein Ultimatum an den Iran erneut: Bis zum 6. April werde es keine Angriffe auf iranische Kraftwerke geben, kündigte Trump unter Verweis auf „sehr gute“ Gespräche an. Allerdings hatte die Führung in Teheran zuvor schon erklärt, dass sie sich ohnehin keinem Ultimatum zu beugen gedenke. Medienberichten zufolge erwägt die US-Regierung nun die Verlegung von 10.000 zusätzlichen Soldaten in die Konfliktregion. Eigentlich wäre die von Trump gesetzte Frist bereits in der Nacht zum Dienstag deutscher Zeit und dann, nach einer ersten Verlängerung, am Samstag deutscher Zeit abgelaufen.

Der Iran verschärfte die Drohungen auch gegen Urlaubsorte in der Golfregion: „Wenn US-Soldaten in einem Hotel untergebracht werden, dann wird dieses Hotel aus unserer Sicht amerikanisch“, hieß es.

Artikel 1 von 11