Budapest – Zwei Wochen vor der Parlamentswahl in Ungarn sorgt ein von der Opposition als „Orbán-Gate“ bezeichneter Skandal für Aufsehen. Für einen ehemaligen Ermittler der Polizei, der schwere Vorwürfe gegen die Regierung des rechtsnationalen Ministerpräsidenten Viktor Orbán erhoben hatte, kamen bei einer Spendenaktion innerhalb weniger Stunden fast 600.000 Euro zusammen. Das Geld soll dem früheren Ermittler Bence Szabo helfen, seine Anwaltskosten zu begleichen.
Szabo gibt an, Hinweise darauf gefunden zu haben, dass der ungarische Inlandsgeheimdienst versucht habe, in die IT-Systeme der von Peter Magyar geführten Oppositionspartei TISZA einzudringen. In einem Video erklärt Szabo, dass der Befehl für die angebliche Aktion des Geheimdienstes nur von einem ranghohen Vertreter der amtierenden Regierung Orbán gekommen sein könne. Konkret sollen Geheimdienstmitarbeiter auf für TISZA arbeitende IT-Spezialisten angesetzt worden sein, um sie für Sabotageaktionen zu gewinnen. Um sie zu diskreditieren, wurden sie nach Darstellung Szabos mit erfundenen Vorwürfen der Kinderpornografie unter Druck gesetzt.
In Ungarn kämpft Ministerpräsident Orbán, der seit 2010 an der Macht ist, um seine Wiederwahl. Dabei sieht es für den Regierungschef nicht gut aus: Die TISZA-Partei Magyars führt seit Monaten die allermeisten Umfragen an.