Auch Promis demonstrieren: Hollywood-Star Robert De Niro(2.v.r.) protestiert in New York mit hochrangigen Vertretern der Stadt-Politik. © EPA
Washington/München – Kein Krieg gegen den Iran, keine Razzien in US-Städten und ein Nein zu steigenden Preisen: In den USA sind in zahlreichen Städten Bürger gegen die Regierung von US-Präsident Donald Trump auf die Straße gegangen. Unter dem Motto „No Kings“ („Keine Könige“) fanden laut Medienberichten am Samstag Proteste in allen 50 Bundesstaaten statt. Die Veranstalter sprachen am Abend (Ortszeit) von schätzungsweise acht Millionen Teilnehmern, unabhängig bestätigt sind die Zahlen bisher nicht. Auch international formierte sich Widerstand, mit dabei mehrere deutsche Städte – in München gingen 600 Teilnehmer auf die Straße.
Neben großen Protesten in New York zogen am Morgen etwa in der US-Hauptstadt Washington einer dpa-Reporterin zufolge geschätzt Zehntausende Demonstrierende über die Memorial Bridge in Richtung Innenstadt. Die Organisatoren, ein Bündnis zivilgesellschaftlicher Gruppen, sprachen zum Abschluss Medienberichten zufolge landesweit von etwa 3.300 Kundgebungen. Bereits im vergangenen Jahr hatten ähnliche Aktionen Millionen Menschen auf die Straße gebracht.
In Sprechchören warnten Demonstranten in Washington vor „Faschisten im Weißen Haus“. Einer Pappfigur, die Trumps Vizestabschef und rechten Hardliner Stephen Miller darstellen sollte, hing das Namensschild „Adolf“ für Adolf Hitler um. Viele Demonstranten kamen auch, um auch international ein Zeichen zu setzen. Eine Demonstrantin, die gegen Trumps Pläne einer vorübergehenden Schließung des berühmten Washingtoner Kulturhauses Kennedy Center auf die Straße ging, sagte der dpa, die Leute in Deutschland sollten sehen, dass es in Amerika Protest gegen die Trump-Regierung gebe.
Die Proteste richten sich neben der Migrationspolitik der US-Regierung auch gegen außenpolitische Entscheidungen sowie steigende Lebenshaltungskosten. Einer Reuters/Ipsos-Umfrage zufolge liegt Trumps Zustimmungsrate nur noch bei 36 Prozent – dem niedrigsten Wert seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus. Nur 35 Prozent der Befragten befürworteten demnach die US-Luftangriffe auf den Iran.
Das Weiße Haus kritisierte die Proteste. Eine Sprecherin bezeichnete die Veranstaltungen laut Medienberichten als Treffen einer kleinen, von linken Netzwerken unterstützten Gruppe ohne breite Unterstützung in der Bevölkerung: „Die Einzigen, die sich für diese Therapiesitzungen gegen Trump interessieren, sind die Reporter, die dafür bezahlt werden, darüber zu berichten.“ Trump selbst hatte frühere Demonstrationen unter demselben Motto als „Witz“ bezeichnet und Teilnehmer als „verrückt“ abgetan.