Houston/München – Trotz der schwierigen Situation mit US-Präsident Donald Trump will Ministerpräsident Markus Söder auf seiner Reise in die US-Staaten Texas und South Carolina die wirtschaftliche und wissenschaftliche Kooperation mit den USA stärken. „Ohne Amerika wird es sehr, sehr schwer“, sagte der CSU-Chef am Sonntagmorgen vor seinem Abflug am Frankfurter Flughafen. „Es ist nun einmal unser wichtigster Exportmarkt außerhalb der EU. Ich bin auch für Arbeitsplätze unterwegs.“
Das Handelsvolumen zwischen Bayern und den Vereinigten Staaten beträgt 37 Milliarden Euro pro Jahr. 2200 bayerische Firmen haben US-Beziehungen, 700 Firmen betreiben Standorte in den USA. Umgekehrt sind 1150 US-Unternehmen in Bayern präsent und schaffen 170.000 Arbeitsplätze.
Es ist die erste US-Reise eines bayerischen Ministerpräsidenten seit 20 Jahren. Die politische Stimmung in den USA sei konfrontativ. „Die Zeiten sind irr und wirr“, sagte Söder, der heute die NASA in Houston und morgen das weltgrößte BMW-Werk in South Carolina besuchen wird. „Wir versuchen lokale Netzwerke zu knüpfen, unterhalb der Administration in Washington.“
Vor seinem Abflug musste er deutliche Kritik vom früheren CSU-Chef Erwin Huber zur Kenntnis nehmen. Huber warf Söder wegen dessen Vorgehen in der Bundespolitik „fehlenden Mannschaftsgeist“ vor. „Söder sollte endlich lernen, konstruktiv im Team Merz zu spielen, statt von der Seitenlinie falsche Einwürfe zu fabrizieren“, sagte Huber dem „Spiegel“. Anlass sind Söders Ansagen an die Bundesregierung. Söder setze als Koalitionspartner in Berlin „knappe Fristen, verbunden mit einem Nein zu vielen Reformschritten“, sagte Huber. Zusätzlich fordere er trotz hoher Verschuldung saftige Mehrausgaben.MIK/DPA