KOMMENTAR

Christen haben es in Israel immer schwerer

von Redaktion

Eklat um die Grabeskirche

Zur heiligsten Kirche der Christenheit, der Grabeskirche in Jerusalem, haben israelische Sicherheitskräfte dem katholischen Patriarchen von Jerusalem, Kardinal Pizzaballa, den Zutritt verweigert. Und das zu Beginn der Karwoche, die auf das höchste Kirchenfest der Christen, das Osterfest, vorbereitet. Nachdem sich weltweit großer Protest erhoben hatte – viele Politiker in aller Welt empörten sich –, ruderte die israelische Regierung zurück. Ministerpräsident Netanjahu gibt nun vor, es sei ihm angesichts der Raketen aus dem Iran um die Sicherheit des katholischen hohen Geistlichen gegangen.

Dieser Vorfall zu Beginn der Karwoche ist weniger ein Zeichen besonderer Fürsorge, sondern vielmehr ein weiteres Indiz für wachsende Ablehnung der Christen im Heiligen Land. Netanjahu, der angesichts der Wahlen am 27. Oktober gegen das anhaltende Misstrauen in der Bevölkerung kämpft, mag sich von Aktionen gegen Christen mehr Sympathien von Wählern erhoffen. Israel, das für die abrahamitischen Religionen (Judentum, Christentum, Islam) der Ankerplatz ist, führt solche Aktionen aber nur in weitere Isolation.CLAUDIA.MOELLERS@OVB.NET

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