KOMMENTAR

Ein Bärendienst für die Servicekräfte

von Redaktion

Digitale Trinkgeldvorschläge

Kurz mal mit der Karte zahlen, und plötzlich soll man für ein Getränk zusätzlich zwischen zehn und 20 Prozent Trinkgeld geben. Immer mehr Restaurants und Bars haben solche voreingestellten Vorschläge in ihren Kartenzahlungsgeräten integriert. Und das erregt immer mehr die Gemüter. Laut einer aktuellen Umfrage finden es sieben von zehn Menschen nicht praktisch, genauso viele empfinden es sogar als unangemessen, dass am Terminal der niedrigste Betrag bei zehn Prozent beginnt.

Trinkgeld ist ein Zeichen der Wertschätzung für das Personal. Damit kann der Kunde sich für besonders guten Service bedanken. Umgekehrt kann das Trinkgeld durchaus auch kleiner ausfallen, wenn mal was nicht gepasst hat. Zahl-Vorgaben, die man nur schwer umgehen kann, erzeugen beim Kunden den Eindruck, dazu gezwungen zu werden. Wenn dann auch noch bei der Selbstbedienung immer öfter um zehn bis 20 Prozent mehr gebeten wird, verliert der Kunde zunehmend die Lust, überhaupt noch Trinkgeld zu zahlen. Am Ende ist es dann ein Bärendienst für die Servicekräfte, die oftmals auf den Extra-Groschen angewiesen sind.LEONIE.HUDELMAIER@OVB.NET

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