Guterres geht – wer kommt?

von Redaktion

Macky Sall aus dem Senegal. © dpa (3)

Argentinischer Kandidat Rafael Grossi.

Costa Rica nominiert Rebeca Grynspan.

Michelle Bachelet aus Chile. © EPA

UN-Generalsekretär Guterres und Präsidentin Baerbock bei einem Treffen. © Zahn/Imago

New York – Das oberste Ziel der Vereinten Nationen: Frieden sichern und Menschenrechte wahren. Eines der sechs Hauptorgane der UN ist das Sekretariat. An seiner Spitze steht der UN-Generalsekretär, er repräsentiert und koordiniert die UN. Alle fünf Jahre wird er ernannt. So auch dieses Jahr. Die Amtszeit des amtierenden Generalsekretärs António Guterres ist Ende 2026 vorbei – nach neun Jahren im Amt.

Krisen prägten Guterres’ Amtszeit. Vor allem mit Israel stritt sich der Portugiese immer wieder, da er das Vorgehen des Militärs in Gaza kritisierte. Zuletzt warnte der 76-Jährige vor einem „finanziellen Kollaps“, weil einige Mitgliedstaaten ihre Pflichtbeiträge nicht zahlen. Allein die USA schulden mehrere Milliarden Dollar. Kürzungen und Entlassungen sind die Folge der Budgetkrise.

Klimakrise, Kriege oder Künstliche Intelligenz: Die Herausforderungen für den neuen Generalsekretär oder die neue Generalsekretärin dürften nicht weniger werden. Bis Mittwoch konnten Mitgliedstaaten ihre Nominierungen einreichen, vier Kandidaten sind bekannt:

Michelle Bachelet war Präsidentin von Chile und arbeitete bereits als UN-Kommissarin für Menschenrechte. Brasilien und Mexiko nominierten die 74-Jährige – die neue rechtspopulistische Regierung ihres Heimatlandes unterstützt die Kandidatin nicht. Das ostafrikanische Land Burundi nominierte ebenfalls einen früheren Präsidenten: den 64-jährigen Macky Sall aus dem Senegal. Costa Rica schickte die 70 Jahre alte Rebeca Grynspan ins Rennen, die als Wissenschaftlerin tätig ist und Vizepräsidentin von Costa Rica war. Rafael Grossi leitet die Internationale Atomenergiebehörde IAEA und soll künftig UN-Generalsekretär werden – zumindest, wenn es nach seinem Heimatland Argentinien geht.

Traditionell besetzen die Weltregionen abwechselnd die Position des Generalsekretärs, 2026 darf demnach Lateinamerika nominieren. Derzeit ist jedoch noch unklar, ob auch diese Wahl nach dem Verfahren läuft.

Fest steht jedoch, dass das UN-Sekretariat erstmals in seiner 80-jährigen Geschichte eine weibliche Führung bekommen könnte. Die Präsidentin der UN-Generalversammlung, Annalena Baerbock, spricht sich dafür aus: „Die Frage ist nicht, warum eine Frau Generalsekretärin sein sollte, sondern, so würde ich es sagen, warum nicht nach 80 Jahren.“ Die frühere deutsche Außenministerin Baerbock wurde im Juni 2025 als Präsidentin gewählt.

Selbst als UN-Generalsekretärin zu kandidieren, kann sie sich laut „Berliner Morgenpost“ nicht vorstellen. Ihre Aufgabe sei es, „den Auswahlprozess fair und transparent zu leiten“. Ein wunder Punkt. Kritiker mahnten in der Vergangenheit immer wieder die Auswahl des UN-Generalsekretärs an. Die Entscheidung würden die Veto-Mächte des UN-Sicherheitsrats Russland, USA, Frankreich, China und Großbritannien treffen – hinter verschlossenen Türen und ohne die anderen Mitgliedstaaten.

Nach der Entscheidung des UN-Sicherheitsrats wird die Generalversammlung standardgemäß über dessen Vorschlag abstimmen. Ob 2026 erstmals eine Frau Generalsekretärin wird oder nicht, steht dann voraussichtlich im Herbst fest.

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