Blitzableiter fürs Weiße Haus gesucht

von Redaktion

US-Ministerin Bondi gefeuert

„You are fired“: Der berühmt-berüchtigte Satz aus Donald Trumps einstiger TV-Show „The Apprentice“ gehörte in der ersten Amtszeit des US-Präsidenten fast schon zum Nachrichten-Alltag. Sage und schreibe 40 hohe US-Amtsträger wurden zwischen 2017 und 2021 entlassen. In der zweiten Amtszeit, in der sich Trump von Anfang an nur mit Maga-Gläubigen umgab, schien die Halbwertszeit von US-Ministern deutlich erhöht.

Doch jetzt steht laut US-Medien eine regelrechte „Säuberungswelle“ an – und zwei besonders devote Trump-Jüngerinnen, Kristi Noem und Pam Bondi, mussten schon gehen. Heimatschutzministerin Noem wurde gefeuert, damit sie die wachsende Wut auf die Einwanderungsbehörde ICE abfängt. Und Justizministerin Bondi soll als Blitzableiterin für den Frust der Trump-Fans über den Umgang mit den Epstein-Akten dienen.

Ob das funktioniert, bleibt zwar fraglich. Aber richtig ist auch: Noch so große Demonstrationen gegen den „König“ und noch so schlechte Umfragewerte können nichts daran ändern, dass Trump weiter fest im Sattel sitzt. Denn noch immer folgen ihm die republikanischen Kongress-Abgeordneten unbeirrt, egal ob es um den planlosen Angriffskrieg gegen den Iran oder den Nato-Austritt geht.

Gefährlicher scheint für Trump schon eher die zweite Personalie dieser Karwoche, der erzwungene Rücktritt von General Randy George. Mitten im Krieg einen der wichtigsten Militärs zu entlassen, das klingt nach Panik-Reaktion. Es zeigt: Trump, der öffentlich erklärt, den Iran-Krieg im Prinzip schon gewonnen zu haben, weiß nicht mehr weiter. Noch so viele Bomben auf Teheran können nichts daran ändern, dass die Mullahs derzeit strategisch als Sieger dastehen. Es ist zu vermuten, dass der jetzt geschasste General auch deshalb gehen musste, weil er das seinem Oberbefehlshaber deutlich gesagt hat. Die verfahrene Situation dieses Kriegs lässt sich durch neue, dem Chef nach dem Mund redende Militärs sicher nicht verbessern.KLAUS.RIMPEL@OVB.NET

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