Ukraine sucht neue Verbündete

von Redaktion

Präsident Selenskyj besucht Syriens Machthaber al-Scharaa

Damaskus – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Sonntag in Damaskus den syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa getroffen. Sie hätten unter anderem „die Umstände von Russlands Krieg gegen die Ukraine erörtert“, schrieb Selenskyj im Onlinedienst X. Es bestünde „großes Interesse an einem Austausch militärischer und sicherheitspolitischer Erfahrungen“. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha kündigte bei X ein Abkommen zur Wiedereröffnung der Botschaften in Kiew und Damaskus „in naher Zukunft“ an.

Bei dem Treffen in der syrischen Hauptstadt sei es auch um die „Rolle der Ukraine als zuverlässiger Lieferant von Nahrungsmitteln“ gegangen, schrieb Selenskyj weiter. Es sei über Möglichkeiten gesprochen worden, „die Ernährungssicherheit in der gesamten Region zu stärken“. Selenskyj war am Vortag in der Türkei, wo er in Istanbul auch den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan getroffen hatte.

Vom jetzigen syrischen Übergangspräsidenten al-Scharaa angeführte islamistische Milizen hatten Ende 2024 den langjährigen Machthaber Baschar al-Assad gestürzt. Der Verbündete des russischen Präsidenten Wladimir Putin floh daraufhin nach Moskau. Al-Scharaa war bereits zweimal bei Putin in Moskau und hat die Russen bislang nicht aufgefordert, ihre Stützpunkte in Syrien zu räumen. Putin hatte Assads Truppen im Bürgerkrieg massiv unterstützt.

Abseits der Besuche in der Golfregion hat die Ukraine Russland einen Vorschlag für eine auf Energieanlagen begrenzte Waffenruhe unterbreitet. Der Vorschlag sei mithilfe von US-Vermittlern übermittelt worden, sagte Selenskyj am Montag. „Wenn Russland bereit ist, nicht mehr unseren Energiesektor anzugreifen, sind wir bereit, das gleiche zu tun.“

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