Die US-Rettungsaktion hinterlässt verbrannte Wracks auf der provisorischen Landebahn im Iran. US-Präsident Trump gibt Einblicke in die Mission. © Sepah News Handout/EPA, Brandon/dpa
Washington/Teheran – Mit einem hochriskanten Kommandoeinsatz haben Spezialkräfte den nach dem Abschuss eines Kampfjets im Iran vermissten US-Soldaten gerettet. „Wir haben ihn“, schrieb US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social in Versalien. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge versteckte sich der Waffensystemoffizier mehr als 24 Stunden im Südwesten des Landes in felsigem Gelände vor iranischen Kräften und entging so der Gefangennahme.
„Er erlitt Verletzungen, aber es wird ihm gut gehen“, schrieb Trump und würdigte den Offizier als „mutigen Krieger“. Der Pilot der am Freitag abgeschossenen F-15E war bereits zuvor gerettet worden, wie der US-Präsident bestätigte.
Die Rettung des zweiten Besatzungsmitglieds folgte auf einen „Wettlauf auf Leben und Tod“ zwischen US-amerikanischen und iranischen Streitkräften, zitierte die „New York Times“ US-Beamte. Der Soldat sei von „unseren Feinden gejagt worden“, sie seien ihm stündlich näher gekommen, schrieb Trump. „Dutzende Flugzeuge, ausgestattet mit den tödlichsten Waffen der Welt“ seien geschickt worden. An der Lokalisierung des Offiziers soll der Auslandsgeheimdienst CIA maßgeblich beteiligt gewesen sein.
Der Soldat sei „nie wirklich allein“ gewesen, schrieb Trump. Die US-Militärführung habe seinen Standort in den Bergen „rund um die Uhr“ überwacht. Trump schrieb von einer „der gewagtesten Such- und Rettungsaktionen des US-Militärs in der Geschichte der USA“.
Der Waffensystemoffizier sei für Ausnahmesituationen dieser Art geschult, schrieb die Pentagon-Korrespondentin und in Sicherheitsfragen gut vernetzte Journalistin vom Sender Fox News, Jennifer Griffin. Er habe sich – wie der Pilot – nach dem feindlichen Beschuss per Schleudersitz retten können. „Er versteckte sich auf einem erhöhten Bergrücken, nachdem er sich vom Wrack entfernt hatte, und setzte ein Notfallsignal ab“, schrieb Griffin auf der Plattform X.
Die US-Spezialkräfte, darunter Fallschirmjäger, nutzten den Berichten zufolge eine provisorisch errichtete Landezone tief in iranischem Gebiet, um dem Vermissten nahe zu kommen. Der arabische Sender Al Jazeera zitierte einen US-Beamten, wonach es im Verlauf der Rettung zu einem „heftigen Feuergefecht“ kam.
Rettungsflugzeuge flogen den Waffensystemoffizier nach Angaben der „New York Times“ zur medizinischen Behandlung nach Kuwait. Es habe jedoch ein letztes Hindernis gegeben, das die Rettung des Mannes verzögert habe. Zwei Transportflugzeuge hätten im Iran festgesteckt, wurde ein US-Militärbeamter zitiert – mutmaßlich aufgrund von Beschädigungen, verursacht durch die Bodenverhältnisse der improvisierten Landezone. Drei Ersatzflugzeuge seien eingesetzt worden. Die beiden zurückgelassenen Flugzeuge seien gesprengt worden, um zu verhindern, dass sie in iranische Hände fielen, hieß es.
Die Version des Iran: „Völliger Fehlschlag“
Nach Bekanntgabe der Rettung des US-Offiziers berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, die Revolutionsgarden hätten am Morgen angeblich zwei Black-Hawk-Hubschrauber der Amerikaner, ein C-130-Militärtransportflugzeug und mehrere Drohnen getroffen und zerstört.
Tasnim veröffentlichte dazu Aufnahmen, auf denen brennende Wrackteile zu sehen sind. Eine „sogenannte Rettungsaktion“ des US-Militärs auf einem verlassenen Flugplatz im Süden von Isfahan hätte in einem „völligen Fehlschlag“ geendet, weil iranische Streitkräfte rechtzeitig eingetroffen seien. Iranische Medien hatten von hohen Geldsummen berichtet, die für die Ergreifung des US-Soldaten versprochen worden sein sollen. Hätte der Iran das Besatzungsmitglied zuerst gefunden, hätte die Führung in Teheran dies nach Einschätzung von Experten als Druckmittel nutzen können.DPA