Kohls Post-Minister ist tot

von Redaktion

Schwarz-Schilling ebnete dem Privatfernsehen den Weg

Büdingen – Er führte in den 80er-Jahren das Kabelfernsehen ein und ließ das Privatfernsehen zu: Der frühere Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling (CDU) ist tot. Der 95-Jährige sei am Ostermontag im Kreise seiner Familie im hessischen Büdingen gestorben, teilte der hessische CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Brand mit, ein langjähriger Freund Schwarz-Schillings. Als internationaler Vermittler bemühte sich der Ex-Minister von 1995 bis 2007 um die Beilegung der Spannungen in Bosnien-Herzegowina.

„Mit ihm verlieren wir eine herausragende Persönlichkeit und einen Politiker mit Weitsicht, Prinzipientreue und einem unermüdlichen Einsatz für wirtschaftlichen Wohlstand und internationale Verständigung“, schreibt die CDU. Schwarz-Schilling habe über Jahrzehnte die deutsche und europäische Politik geprägt und sei wegen seiner Integrität und seines Mutes weit über Parteigrenzen hinweg geschätzt worden.

Seinen Kampf für die Durchsetzung des privaten Rundfunks führte Schwarz-Schilling nach dem Ende der sozial-liberalen Koalition im Jahr 1982 als Minister für Post und Fernmeldewesen. In einem langen Reformprozess stellte er die Weichen für die Privatisierung von Post und Telekom, was ihm auch viel Kritik und den Vorwurf der Verquickung privater und dienstlicher Interessen eintrug. Schwarz-Schilling sah seinen Rückhalt beim damaligen Kanzler Helmut Kohl (CDU) schwinden. Ende 1992 verlegte er sich auf Außenpolitik. Er war Hoher Repräsentant der Vereinten Nationen in Bosnien-Herzegowina und zuletzt Bosnien-Beauftragter der EU.

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