Vietnam: Lam festigt seine Macht

von Redaktion

Generalsekretär der Kommunistischen Partei wird auch Präsident

Hanoi – In Vietnam ist der Generalsekretär der Kommunistischen Partei, To Lam, von der Nationalversammlung zum Präsidenten gewählt worden. Das Parlament billigte am Dienstag mit 100 Prozent der Abgeordneten den zuvor erfolgten Beschluss zur Wahl Lams. Dieser bezeichnete seine neue Doppelrolle als „große Ehre“ und als „heilige und edle Pflicht“. Der 68-Jährige baut damit seine Macht in dem südostasiatischen Einparteienstaat weiter aus. Bei der Parlamentswahl im März hatte die Wahlbeteiligung offiziellen Angaben zufolge bei 99 Prozent gelegen.

In weniger als zwei Jahren als Parteichef hat Lam keine Rivalen mehr und das Land durch seinen aggressiven Reformkurs bereits erheblich umgestaltet. So legte er beispielsweise Provinzen zusammen und baute die Bürokratie drastisch ab.

Der Generalsekretär ist in Vietnam der mächtigste Mann im Staat, während der Präsident hauptsächlich repräsentative Aufgaben hat. Lam vereint nun die Führung von Partei und Staat in einer Person – so wie es Präsident Xi Jinping im Nachbarland China tut. Der Schritt habe Lam „praktisch zum ,obersten Führer‘ Vietnams gemacht“, sagte der Analyst Le Hong Hiep am Yusof Ishak Institute in Singapur.

Das kommunistische Vietnam ist eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften Asiens. 2025 verbuchte das 100-Millionen-Einwohner-Land ein Wirtschaftswachstum von acht Prozent. Gegen die von US-Präsident Donald Trump gegen den Vietnam verhängten Zölle hat sich das Land weitestgehend resilient gezeigt.

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