In Fragen von Krieg, Frieden und Feuerpausen wird nicht geschludert, sollte man meinen. Aber seit Kurzem weiß man, dass das durchaus geht: Sich auf einen Waffenstillstand einigen, ohne im Detail zu regeln, für wen er gilt. Die USA und Israel wollen – anders als Iran und Pakistan – den Libanon jedenfalls nicht mitgemeint haben, US-Vize Vance spricht von einem „Missverständnis“. Shit happens?
Die unausgegorene, deshalb hochfragile Waffenruhe passt ins Bild dieses völlig kopf- und planlos geführten Krieges. Ausgerechnet sie soll nun die Basis für Friedensgespräche sein, die Trump – was sonst – von vornherein zum Sieg hochjazzt. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Das Regime ist intakt, seine nuklearen Ambitionen ebenfalls. Teheran nötigt dem US-Präsidenten sogar einen Katalog von Maximalforderungen als Verhandlungsbasis auf, während es in der Straße von Hormus gierig Maut erhebt.
Trump sucht dringend den Ausweg – auf dem Weg dorthin hat er sich als miserabler Stratege und grottiger Dealmaker erwiesen. Wie die Verhandlungen aussehen werden, kann man sich vorstellen: Teheran wird auf Zeit spielen, Trump derweil mit grotesken Ultimaten um sich werfen; so war das auch in Gaza, wo die Hamas bis heute nicht entwaffnet ist. Am schwersten wiegt, dass sich am Grundkonflikt in der Region nichts geändert hat, was neue Eskalation begünstigt. Es bräuchte schon ein Verhandlungswunder – von Trump ist das nicht zu erwarten.