Ankara – In der Türkei sind bei Razzien gegen oppositionell geführte Gemeindeverwaltungen zahlreiche Menschen festgenommen worden. Ihnen werfe die Justiz unter anderem Korruption und Bestechung vor, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.
Es wurden nach Angaben der Zeitung „Cumhuriyet“ 30 Fahndungsbefehle erlassen, darunter auch gegen den stellvertretenden Bürgermeister der Gemeinde Yenisehir in der südtürkischen Stadt Mersin. Der Bürgermeister, Abdullah Özyigit, sagte: „Wir kennen diese Operationen. Wir wissen, dass sie sich gegen CHP-geführte Gemeinden richten.“
Auch in der nordwestlichen Stadt Bolu wurde bei einer Razzia gegen die Stadtverwaltung der stellvertretende Bürgermeister festgenommen, wie Anadolu berichtete. Am Donnerstag war zudem im Rahmen von Ermittlungen der Vorsitzende der CHP der Provinz Ankara, Ümit Erkol, festgenommen worden.
Die größte Oppositionspartei CHP steht zunehmend unter Druck. Zuletzt waren bei Razzien unter anderem in der viertgrößten Stadt Bursa mehr als 50 Personen wegen Korruptionsvorwürfen festgenommen worden. Darunter war auch der Bürgermeister der von der CHP geführten Stadt. Die Oppositionspartei sieht sich als Opfer einer politisch motivierten Kampagne der Regierung unter Präsident Recep Tayyip Erdogan.