Dass die Gespräche zwischen Iran und USA zunächst gescheitert sind, war zu befürchten. Teheran will bessere Konditionen als vor dem Krieg. Washington würde damit anerkennen, dass die Angriffe auf den Iran sinnlos waren. Da aber Kriege entweder mit der Niederlage einer Seite enden oder mit beider Einsicht, dass keiner ihn gewinnen kann, besteht noch Hoffnung. Der Iran müsste bei Fortsetzung der Kämpfe die weitgehende Zerstörung des Landes befürchten. Für US-Präsident Trump wäre ein Deal die einzige Chance, mit einem blauen Auge aus dem Konflikt herauszukommen. Dann könnte er sogar seine „Mad Man“-Strategie als Erfolg verkaufen.
Aber was wäre, wenn die verrückte Strategie, gewissermaßen mit einem Auto auf ein anderes zuzurasen, nicht aufgeht, weil der andere nicht ausweicht? Würde Trump also, wenn die Gespräche endgültig scheitern, seine Drohung wahrmachen, die iranische Zivilisation zu zerstören – also Kriegsverbrechen begehen, wie sie kein Regierungschef eines demokratischen Staates jemals zu verantworten hatte? Mittlerweile ist Trump diese Skrupellosigkeit leider zuzutrauen.
Die Europäer müssen feststellen, dass die Schmeichel-Strategie von Mark Rutte, Friedrich Merz und Giorgia Meloni wenig gebracht hat. Vielleicht hilft es am ehesten, wenn Europa, so wie in der Grönland-Frage angedeutet, knallhart seine Interessen vertritt. Das scheint die einzige Sprache zu sein, die Trump versteht – und vielleicht auch Vizepräsident Vance und Außenminister Rubio. Zumindest diese beiden sollten auch an später denken.POLITIK@OVB.NET