Trumps Hormus-Blockade in Kraft

von Redaktion

Donald Trumps Donnervögel: Ein amerikanischer Kampfjet der Klasse F-35A Lightning II wird im Einsatz gegen den Iran aufgetankt. © Handout/AFP

Washington/Islamabad – Die von den USA angekündigte Blockade der Straße von Hormus hat Regierungskreisen zufolge begonnen. Das teilte ein US-Beamter der Deutschen Presse-Agentur mit. Das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) hatte am Sonntag mitgeteilt, ab Montag 16 Uhr deutscher Zeit bestimmte Schiffe an der Durchfahrt durch die Meerenge zu hindern.

Angekündigt war eine Blockade von Schiffen, die einen iranischen Hafen als Start oder Ziel hatten. Dies schließe iranische Häfen am Persischen Golf und am Golf von Oman ein, hieß es. Zugleich hatte das US-Militär erläutert, dass die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus ohne iranischen Ziel- oder Startpunkt nicht beeinträchtigt werden solle.

Das „Wall Street Journal“ berichtet unter Berufung auf einen hochrangigen US-Beamten, dass mehr als 15 US-Kriegsschiffe bereit seien, den Einsatz zu unterstützen. Laut Vertretern des Militärs hätten die USA einen Flugzeugträger, mehrere Lenkwaffenzerstörer, ein amphibisches Angriffsschiff sowie weitere Kriegsschiffe im Nahen Osten, schreibt die Zeitung.

Einige der Schiffe seien dazu in der Lage, Handelsschiffe in bestimmte Gebiete zu eskortieren, um sie dort festzuhalten. Das Blatt zitiert einen ehemaligen hochrangigen Soldaten der US-Marine mit der Einschätzung, dass die Kriegsschiffe wahrscheinlich außerhalb der Straße von Hormus eingesetzt würden, um eine Bedrohung durch den Iran zu vermeiden.

US-Präsident Donald Trump drohte am Montag damit, kleine Boote der iranischen Revolutionsgarden auszuschalten, sollten sich diese der neuen US-Seeblockade der Straße von Hormus nähern. Dabei werde das US-Militär genauso agieren wie bei den Einsätzen gegen Drogenschmuggler im Pazifik und in der Karibik, kündigte Trump auf seiner Plattform Truth Social an. Bislang seien die USA noch nicht gegen die „Schnellangriffsschiffe“ – so nannte der Republikaner die Boote der Revolutionsgarden – vorgegangen, weil diese „nicht als nennenswerte Bedrohung“ erachtet worden seien.

Die USA hatten im Krieg nach eigenen Angaben einen Großteil der iranischen Marine zerstört. Zugleich verfügen die Revolutionsgarden über eine große Zahl kleiner, schneller Boote, die in gut versteckten Küstenstützpunkten stationiert sein sollen.

Irans Streitkräfte hatten die geplante Seeblockade vor ihrem Inkrafttreten als „Akt der Piraterie“ bezeichnet. Einschränkungen für den Schiffsverkehr in internationalen Gewässern seien eine illegale Maßnahme, sagte ein Sprecher der iranischen Militärführung laut der Nachrichtenagentur Tasnim. „Die Sicherheit der Häfen im Persischen Golf und im Golf von Oman ist entweder für alle oder für niemanden“, sagte der Sprecher weiter.

Trumps Ankündigung sei nichts als Bluff, hatte der Sprecher des Sicherheitsausschusses im iranischen Parlament, Ebrahim Rezaei, zuvor gesagt. Dies würde als Militäroperation gewertet, „und wir würden darauf reagieren“. Die Revolutionsgarden warnten davor, dass sich Militärschiffe der Straße von Hormus nähern. Dies würde als „klarer Verstoß gegen die (seit Mittwoch) bestehende Waffenruhe“ betrachtet, hieß es in einer Mitteilung.

Nach den vorerst gescheiterten diplomatischen Verhandlungen zwischen Washington und Teheran haben sich die Iraner nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump bei den USA gemeldet. „Ich kann Ihnen sagen, dass wir von der anderen Seite angerufen wurden“, sagte Trump. „Sie wollen einen Deal machen“ – und zwar unbedingt, sagte er. Eine entsprechende öffentliche Äußerung aus dem Iran gab es zunächst nicht. Die direkten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran waren am frühen Sonntagmorgen ohne Einigung zu Ende gegangen.

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