Besorgt: Judith Gerlach (CSU), Bayerns Gesundheitsministerin. © dpa
München – Die wirtschaftliche Lage von Bayerns Kliniken hat sich im Schnitt etwas verbessert. Entwarnung könne aber keineswegs gegeben werden, erklärte die Bayerische Krankenhausgesellschaft (BKG) bei der Vorstellung einer Umfrage unter ihren Mitgliedern. Im aktuellen Krankenhaus-Trend gaben 66 Prozent der befragten Kliniken an, dass sie fürs laufende Jahr Verluste erwarten. An der Umfrage nahmen in diesem Jahr 155 Krankenhaus-Träger teil, sie verfügen über 44,5 Prozent aller Klinikbetten in Bayern. Im Vorjahr hatten noch 72 Prozent der Kliniken ein Defizit in der Bilanz, zwei Jahre zuvor waren es 75 Prozent.
Die Bundesregierung habe den Kliniken zwar einen befristeten Zuschuss gewährt, um höhere Ausgaben teilweise auszugleichen, sagte die BKG-Vorsitzende, Kitzingens Landrätin Tamara Bischof (FW). Doch weil diese Hilfe auslaufe, bleibe die Lage „sehr besorgniserregend“. Viele Landkreise und Städte müssten weiterhin Millionensummen aus Steuermitteln aufwenden, um für die Verluste ihrer Kliniken einzuspringen.
Zusätzlichen Druck erwartet BKG-Geschäftsführer Roland Engehausen durch die Gesundheitsreform. Wenn die Vorschläge umgesetzt werden, die die Finanzkommission vorgelegt hat, könnten Bayerns Kliniken eine Milliarde ihrer Einnahmen verlieren. Diese summieren sich derzeit auf 16 Milliarden, so Engehausen. Auch Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) warnt, die Vorschläge könnten „in ihrer Gesamtheit das wirtschaftliche Aus für Kliniken bedeuten. Ohne einen massiven Abbau bürokratischer Vorgaben werden die Kliniken nicht in der Lage sein, nennenswerte Einsparungen zu leisten.“