Washington – Nach mehr als sechs Wochen Krieg kam es gestern zu einem historischen Treffen in Washington: Zum ersten Mal seit mehr als drei Jahrzehnten führten die libanesische Regierung und Israel direkte Gespräche auf politischer Ebene. Das Treffen zwischen Nada Hamadeh Moawad, der libanesischen Botschafterin in den USA, und Jechiel Leiter, Israels US-Botschafter. habe rund zwei Stunden gedauert, meldeten mehrere israelische Medien am Abend übereinstimmend.
Der Sender Kan sowie die Zeitung „Haaretz“ berichteten unter Berufung auf Leiter, beide Länder hätten dasselbe Ziel: nämlich den Libanon dauerhaft von der Terrororganisation Hisbollah zu befreien. Demnach ging es auch um die Festlegung eines klaren Grenzverlaufs zwischen beiden Staaten, über den es in der Vergangenheit Streit gegeben hatte.
Ob und wann weitere Gespräche zwischen beiden Seiten geplant sind, wurde zunächst nicht bekannt. Berichten zufolge sollte das Treffen auf der Ebene von Botschaftern den Anfang der direkten Verhandlungen markieren.
Israel strebt nach Worten des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mit den direkten Verhandlungen ein dauerhaftes Friedensabkommen mit dem Libanon an. Er fordert auch eine Entwaffnung der mit dem Iran verbündeten libanesischen Hisbollah-Miliz, mit der Israel derzeit erneut im offenen Krieg steht. Die libanesische Regierung, die keine Partei in dem Krieg ist, will eine Waffenruhe und einen Abzug der israelischen Soldaten aus dem Süden des Libanon erreichen.