Europarat: Überbelegung in Gefängnissen

von Redaktion

Straßburg – Das Komitee des Europarats zur Verhütung von Folter hat in seinem Jahresbericht die Überfüllung von Haftanstalten in Europa kritisiert. „Überbelegung sowie Personalmangel und unzureichende Ausbildung des Personals untergraben den ordnungsgemäßen Betrieb von Gefängnissen sowie die Wiedereingliederung von Gefangenen in die Gesellschaft“, sagte Alan Mitchell, Präsident des Komitees. Der Bericht nimmt Untersuchungen des Komitees in europäischen Gefängnissen, Abschiebeeinrichtungen, Polizeistationen und psychiatrischen Einrichtungen aus den Jahren 2023 bis 2025 in den Blick.

Das Anti-Folter-Komitee beschreibt unter anderem die Überbelegung von Haftanstalten in Belgien, Dänemark und Zypern, die Gewalt zwischen Inhaftierten in Irland und Slowenien und Fälle von Gewalt an Inhaftierten durch Haftpersonal in Tschechien und Irland. Die Untersuchungen in mehreren deutschen Gefängnissen und Polizeistationen aus dem Jahr 2025 sind bisher nicht veröffentlicht worden. Im vergangenen Jahr führte das Gremium insgesamt 22 Besuche in 20 Ländern durch.

Darüber hinaus begünstigt laut dem Jahresbericht mangelnde Kontrolle die Kriminalität innerhalb der Haftanstalten, belastet die Beziehungen zwischen den Gefangenen und dem Personal und setzt Inhaftierte potenziell unmenschlichen und erniedrigenden Behandlungen aus. Der zunehmende Verlust der institutionellen Kontrolle sei besonders in großen, städtischen Gefängnissen zu spüren.

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