So kann man ein deutsches Traditionsunternehmen natürlich auch an die Wand fahren, pardon: fliegen. Just zum groß gefeierten 100. Geburtstag samt Kanzlerauftritt geht bei der Lufthansa gar nichts mehr. Konzernführung und Beschäftigte haben sich dermaßen ineinander verhakt, dass man sich nicht mal mehr auf eine Schlichtung einigen kann. Leidtragende sind unmittelbar die Kunden. Aber mittelfristig schafft man es so, den eigenen Laden zu ruinieren.
Wer viel fliegt, merkt längst, dass die einstige Premiumfluglinie nur noch Mittelklasse liefert. Auf Plattformen wie Trustpilot häufen sich die Negativkommentare. Der Service, zumindest bei Flügen innerhalb Europas, hat sich Billiglinien wie Ryanair angenähert, die Preispolitik nicht. Vermutlich stammt aus früheren Zeiten auch noch die Anspruchshaltung der Piloten. Von 88.000 Euro Einstiegsgehalt können Piloten anderer Airlines nur träumen.
Doch es wäre zu einfach, allein auf die Angestellten einzudreschen. Chef Carsten Spohr kassierte 2025 mehr als acht Millionen Euro, Tendenz sehr stark steigend. Aber egal, die Kunden zahlen es ja. Sofern sie jemand fliegt.