Die Saison ist schon jetzt eine gute

von Redaktion

Bayern auf Henkelpott-Kurs

Selbst Joshua Kimmich musste überlegen, ob er einen solchen Abend in der Allianz Arena schon mal erlebt hat. Vor elf Jahren gegen Juventus Turin, sagte der Vize-Kapitän des FC Bayern nach dem 4:3 gegen Real Madrid, sei es im Heimspielstadion ähnlich emotional zugegangen. Aber danach? Lange nichts! Allein das: Aussage genug. Man weiß seit Mittwochabend um 22.59 Uhr: Diese Drama-Nacht wird bleiben – bis zu einem möglichen Finale in Budapest, aber auch weit darüber hinaus.

Die Interpretation, dass ein Team, das gegen Real dreimal zurückkommt, auch den nun im Halbfinale wartenden Titelverteidiger Paris Saint-Germain schlagen kann, liegt nahe. Es ist in dieser magischen Frühlingsnacht in Fröttmaning aber viel mehr passiert als sieben Treffer und ein am Ende verdienter Bayern-Sieg. Die 95 Minuten mit allen Höhen und Tiefen haben die Arbeit, die Vincent Kompany in eineinhalb Jahren verrichtet hat, wie unter einem Brennglas wirken lassen. Ein Team, in dem jeder für jeden kämpft, elektrisiert ein ganzes Stadion. Mehr Fußballromantik – noch dazu beim verrufenen Münchner „Champagner-Publikum“ – geht kaum.

Man darf jetzt nicht nur groß träumen, man muss sogar. Läuft alles nach Plan, feiert man an diesem, spätestens am nächsten Wochenende die Meisterschaft, zieht gegen Leverkusen ins Pokalfinale ein und ist dann bereit für Paris. Aber selbst, wenn all das nicht gelingt, ist diese Saison schon jetzt eine gute. Sie hat die Basis gelegt, auf der früher oder später große Erfolge aufbauen werden. Architekt Kompany wird noch weitere magische Nächte verantworten. Jede Wette: Elf Jahre wird Kimmich darauf nicht warten müssen.

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